Dr. Eckard von Hirschhausen und das Pinguin-Prinzip
Dr. Eckard von Hirschhausen erzählt in der Reihe "Gute-Nacht-Geschichten", was er von einem Pinguin gelernt hat.
Spannend für Konfliktarbeiterinnen und -arbeiter ist sicherlich zu erleben, wie der Prozess der Wahrnehmung und Bewertung nahtlos in eine Beurteilung mündet. Der Pinguin ist gedrungen und ohne Knie und kann nur kleine Trippelschritte machen, deshalb muss er eine "Fehlkonstruktion" sein. Soweit eine alltägliche Begebenheit, die zigfach vergleichbar abläuft, indem aus einer schlichten Beobachtung schnell Schlüsse gezogen werden wie gut/böse, sympathisch/unsympathisch, Freund/Feind. Auch in Konflikten ist dieser Prozess abgelaufen, zuungunsten des Konfliktpartners.
Hirschhausen ist dabei nicht stehen geblieben, sondern hat weiter beobachtet und sich informiert. Dabei hat er entdeckt, dass in einer nach eigenen Maßstäben diagnostizierten Unzulänglichkeit auch Stärken stecken können: Pinguine sind sehr gute Schwimmer und können mit der Energie von einem Liter Benzin 2000 km weit schwimmen.
Seine Erkenntnis:
- Er bildet schnell Urteile aufgrund des Erlebens in einer Situation. Dabei kann man komplett daneben liegen.
- Die Umgebung bestimmt, ob meine Fähigkeiten zum Tragen kommen können.
Für das Coaching leitet er daraus ab, dass er Stärken stärken möchte und nicht darauf schauen, was Andere besser machen oder können. Sein Trost: Andere gibt es schon genug.
