Während ihres Praktikums bei uns hat Chiara Feick auch an einem eigenen Projekt gearbeitet. Da sie ursprünglich über das Thema Resilienz zur Mediation kam und auch bei uns immer wieder Verbindungen zu diesem wichtigen Thema fand, entschied sie sich, eine Seminareinheit darüber sowie ein begleitendes Workbook zu gestalten. In diesem Blogartikel gehen wir näher darauf ein, was man unter Resilienz versteht und wie du sie trainieren kannst. Am Ende kannst du dir eine Journaling-Vorlage aus dem Workbook herunterladen, um deine Resilienz zu stärken.
Wenn es in einer Mediation laut wird, schwierige Themen an die Oberfläche treten oder der Ausgang ungewiss erscheint, ist es oft nicht so leicht, gelassen zu bleiben und Zuversicht zu vermitteln. Doch genau diese Fähigkeit brauchen Mediator*innen, Coachs und Berater*innen, wenn sie Menschen bei der Konfliktklärung oder in Veränderungsprozessen begleiten.
Was ist Resilienz?
Im Gegensatz zum Stressmanagement, womit häufig Methoden zur akuten Stressbewältigung gemeint sind, beschreibt Resilienz die mentale Widerstandsfähigkeit. Ein resilienter Mensch lässt sich nicht so leicht aus dem inneren Gleichgewicht bringen und findet bei plötzlich auftretenden Belastungen schnell wieder dorthin zurück.
Warum ist Resilienz eine Superkraft in der heutigen Arbeitswelt?
Resilienz ist eine wahre Superkraft in einer Arbeitswelt, die von Unsicherheit und einem großen strukturellen Wandel geprägt ist. Wer resilient ist, ist besser gewappnet gegen Burnout, behält in unübersichtlichen Situationen einen kühlen Kopf, was auch zu besseren Leistungen führen kann. Und wenn du dich jetzt fragst, ob du resilient bist oder nicht: Resilienz ist keine Fähigkeit, die man hat oder auch nicht. Sie ist eher wie ein Muskel, der mehr oder weniger trainiert ist.
Bin ich resilient? – Vier Fragen zur Selbsteinschätzung
Um deine Resilienz einzuschätzen, helfen die folgenden vier Fragen, die sich auf dein Verhalten in Belastungssituationen beziehen:
- Wie reagierst du bei Rückschlägen, Krisen oder Stress?
- Wie lange benötigst du, um deine innere Stabilität nach einer belastenden Situation wieder aufzubauen?
- Wie gut kannst du Veränderungen akzeptieren und dich an neue Situationen anpassen?
- Wie sehr glaubst du daran, Einfluss auf die Situation nehmen zu können?
Wenn du Mühe hast, mit Stress umzugehen, relativ lange brauchst, um dich nach einer belastenden Phase wieder zu erholen oder deinen Einfluss gering einschätzt, dann wird es Zeit, deine Resilienz zu stärken.
Stärke deine Resilienz mit dem Superkraft-Journal!
Resilienz baut auf Selbsterkenntnis und persönlicher Entwicklung. Es gibt jeden Tag Momente, die schwierig sind, Hürden, die du locker nimmst und andere, die etwas mehr Einsatz erfordern. Indem du dir bewusst wirst, wie du dich innerlich ausrichtest, was du aktiv tun kannst, wie du dir Unterstützung holen kannst, was schon gut gelingt und du dabei lernst, wächst deine Zuversicht. Dabei kann dir unsere Journaling-Vorlage helfen. Notiere dir regelmäßig, täglich oder mindestens einmal pro Woche:
- Welche Belastung(en) gab es?
- Wie ist es dir gelungen, damit umzugehen? (auch kleine Erfolge zählen!)
- Wer oder was hat dir geholfen?
- Was lernst du daraus?
Beim Schreiben veränderst du deine Perspektive weg von der Belastung hin zu deinen Ressourcen. Indem du dich auf diese Weise reflektierst, wächst dein Vertrauen, mit eigener Kraft Herausforderungen zu bewältigen und deine Ziele zu erreichen. Das Training dauert nur wenige Minuten, der Effekt hält jedoch lange an. Probiere es doch einfach mal aus!
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Profi-Tipp: Die Vorlage eignet sich auch, um sich nach einer Mediation, einem Coaching oder einer Beratungssituation zu reflektieren und die eigenen Ressourcen und Fähigkeiten – deine Superkräfte – sichtbar zu machen.
Quellen:
- Resilienz als Erfolgsfaktor von Cary L. Cooper et all., Junfermann 2017
- Logbuch Resilienz von Sylvia K. Wellensiek, Beltz 2020