Christina Garre, Transformation Lead/Coach

Um dir als Interessent*in eine hilfreiche Grundlage für eine fundierte Entscheidung zu liefern, fragen wir die Absolvent*innen unserer Wirtschaftsmediationsausbildung nach einer Referenz. Wenn du darüber hinaus mit einer Absolventin oder einem Absolventen persönlich sprechen möchtest, melde dich bitte. Wir stellen gerne den Kontakt her.

Als Teil ihrer Abschlusspräsentation in der Ausbildung Wirtschaftsmediation hat Christina Garre einen ganz besonderen Text geschrieben. Der Titel könnte in etwa so lauten: „Mediation beginnt bei dir.“ Sie beschreibt darin sehr eindrucksvoll, was sie für sich aus ihrer Zeit bei uns mitgenommen hat.

Ich habe nicht gelernt, Konflikte zu lösen.
Ich habe gelernt, zu bleiben.
Bei mir.
Bei anderen.
Bei dem, was gerade da ist.

Früher wollte ich Stille füllen.
Heute weiß ich:
Stille ist oft der Moment,
in dem etwas zum ersten Mal gehört werden kann.

…

Ich habe gelernt, starke Gefühle nicht „wegzumachen.“
Nicht zu beruhigen.
Nicht zu erklären.
Sondern ihnen einen Platz zu geben.
Damit etwas verstanden werden kann.

Ich habe gelernt,
dass Ruhe keine Schwäche ist.
Dass Präsenz nicht laut sein muss.
Sondern auch leise sein kann.
Dass Menschen mir nicht vertrauen,
weil ich die richtigen Fragen stelle.
Sondern, weil ich da bin.

Ich habe nicht allein gelernt.
Ich habe gelernt in Beziehung,
in den Begegnungen mit Euch.
In einer Gruppe,
in der Unsicherheit und Verletzlichkeit da sein durften.
In der starke Gefühle nicht analysiert,
sondern gehalten wurden.
In der Fehler kein Scheitern waren,
sondern ein Teil dessen,
was Lernen möglich macht.

Und aus und in diesem Raum
ist Vertrauen entstanden.
Nicht, weil alles leicht war.
Sondern, weil nichts sofort gelöst werden musste.
Weil alles sein durfte.
Lernen passiert nicht dort, wo alles glatt läuft.
Sondern dort, wo man sich sicher fühlt.
Diese Erfahrung hat mein Verständnis von Mediation
grundlegend verändert.
Nicht als Methode.
Sondern als Beziehungsgeschehen.

…

Der größte Gamechanger für mich war keine Methode.
Es war Selbstregulation.
Die Fähigkeit, mich selbst wahrzunehmen,
bevor ich andere begleite.
Meine wichtigste fachliche Aufgabe
ist nicht, kluge Fragen zu stellen.
Sondern mich selbst so zu regulieren,
dass andere sich regulieren können.
Ich habe gelernt:
Mediation ist weniger ein Tun
und mehr ein Halten.
Neutralität ist keine Technik.
Sie ist ein innerer Zustand.

Heute weiß ich:
Meine Aufgabe ist es nicht, Antworten zu geben.
Meine Aufgabe ist es, Räume zu öffnen.
…
Und dann den Raum zu halten,
in dem Menschen sich selbst und andere wieder hören können.
Es hat sich für mich etwas Entscheidendes verschoben:
von Intervenieren zu Dasein.
von Tun zu Halten.
von Lösung zu Beziehung.

Mediation beginnt für mich in mir.
Und meine Einladung an euch ist:
Achtet weniger darauf,
was ihr tut.
Und mehr darauf,
wie ihr da seid.

Wir Mediatoren und Mediatorinnen sind wichtig.
Der Raum, den wir schaffen,
ist größer als wir selbst.
Weil dort etwas entstehen darf,
das wir nicht machen müssen.

Christina Garre ist Wirtschaftspsychologin, systemische Coach, Mediatorin und Kommunikationsexpertin. Sie begleitet Führungskräfte, Teams und Menschen dabei, sich neu zu verbinden: mit sich selbst, miteinander und mit einer gemeinsamen Zukunft.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer*innen, die uns die Erlaubnis gegeben haben, ihre Rückmeldungen zu verwenden!

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