Mut zum (Ver-)Malen - Visualisierung in Mediation, Coaching und Beratung

Das Flipchart kann ein wundervolles Hilfsmittel sein, um in Mediation, Coaching oder Beratung Inhalte zu visualisieren. Wäre da nicht ein Problem: Sie können nicht malen. Vielleicht denken Sie auch: Ich habe kein Talent. Dabei müssen Visualisierungen am Flipchart überhaupt nicht kompliziert sein. Mit wenigen und einfachen Mitteln erreichen Sie tolle Effekte.

Das Wissen um diese Möglichkeiten verbreitet sich langsam in der Branche. Jörg Schmidt, der seit einigen Jahren an der Zweisicht.Akademie das Seminar „Einfach Visualisieren“ anbietet, hat die Entwicklung von Anfang an mitbekommen. Hier erfahren Sie, wie er seine Seminarteilnehmer dabei unterstützt, sich zu trauen, sich auch mal zu vermalen.

Wie ist dein persönlicher Bezug zum Thema Mediation und wie kamst du dazu Visualisierungsworkshops zu geben?

Seit 2001 bin ich Mediator und seit 2006 Ausbilder für Mediation. Eines Tages sprach mich ein Kunde an, dass ihm die Flipcharts so gut gefallen würden und diese gleichzeitig sehr hilfreich für den Prozess gewesen wären. Er fragte, ob ich eine Fortbildung für seine Mitarbeiter durchführen könne. Dieser 2-tägige Workshop machte so viel Spaß, dass ich daraufhin ein offenes Training anbot. Die Nachfrage und das Feedback war so überwältigend, dass viele weitere Termine folgten.

Welche Möglichkeiten eröffnen sich durch Visualisierung in Mediation, Coaching, Beratung?

  1. Visualisierung hilft, Ideen und Gedanken zu externalisieren und damit für den Coachee oder die Streitparteien zugänglich zu machen.
  2. Bilder können Denkmuster offenlegen oder Zusammenhänge beschreiben, Wechselwirkungen aufzeigen und somit zum Reflektieren und Dialog einladen.
  3. Visualisierungen beschreiben Fakten, um eine gemeinsame Grundlage zu schaffen und das Gesagte auf den Punkt bringen, stellen Emotionen und Gedanken dar und veranschaulichen innere Prozesse und Abläufe.
  4. Visualisierungen dokumentieren Beiträge, (Zwischen-)Ergebnisse und erhöhen das gegenseitige Verständnis entscheidend.
  5. Bilder unterstützen die Nachwirkzeit wesentlich deutlicher als Worte. Sie können mitgenommen oder abfotografiert werden und schaffen „handfeste Ergebnisse“.

Was ist die größte Hürde beim Visualisieren und wie hilfst du Seminarteilnehmern diese Hürde zu nehmen?

Über 90 % meiner Teilnehmer haben den Glaubenssatz "Ich kann nicht visualisieren". Daher besteht eine große Hürde darin, einfach anzufangen. Und dazu kommen noch die Fragen: „Wie geht das?” und „Wo und wie fange ich an?”.
„Einfach visualisieren” heißt auch „Einfach machen”. Die Teilnehmer visualisieren die meiste Zeit des Trainings an ihrem eigenen Flipchart. Dabei schauen sie bei mir Motive und Symbole in Schritt-für-Schritt-Anleitungen ab und entwickeln alsbald auch eigene Bilder.
Schon nach den ersten Übungen denken die Teilnehmer nicht mehr darüber nach, ob Sie es können. Sie machen es einfach. Sie lernen einfache und sehr wirkungsvolle Techniken und setzen diese um. Zunehmend gewinnen die Teilnehmer Sicherheit. Und am Ende des Tages stehen sie vor ihrer Flipchart und sagen: „Wow, ich kann´s ja doch - und es macht auch noch Spaß!”

Gibt es eine Erfolgsgeschichte eines Seminarteilnehmers, an die du dich gut erinnerst?

Nach dem Training bekomme ich oft die Rückmeldung, dass Teilnehmende das Gelernte in Beratungen oder Mediationen nicht nur einsetzen, sondern selbst positives Feedback bekommen. Das freut mich immer sehr und erfüllt eines der wichtigen Bedürfnisse eines Trainers, nämlich das nach Sinnhaftigkeit.

 

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