Was ist der Unterschied zwischen Positiver Psychologie und Positivem Denken?

Zwischen Positiver Psychologie und dem sogenannten „Positiven Denken“ liegen große Unterschiede. Dennoch werden die Begriffe häufig in einem Atemzug genannt. In diesem Beitrag grenzen wir ab und stellen heraus, warum wir „Positives Denken“ ablehnen.

Im Alltag erleben wir immer wieder eine kritische Distanz zur Positiven Psychologie, insbesondere wenn sie gleichgesetzt oder verwechselt wird mit dem „Positiven Denken“. Doch was genau ist eigentlich die Positive Psychologie und wo liegt der Unterschied zum Positiven Denken?

Die humanistische Psychologie baut auf ein positives Menschenbild

Die Wurzeln der Positiven Psychologie liegen in der humanistischen Psychologie. Sie hat die Grundannahme, dass der Mensch von Geburt an „gut“ ist, d.h. konstruktiv, kooperativ, lebensbejahend. Das heißt im Übrigen nicht, dass es keine destruktiven Verhaltensweisen von Menschen gibt – sie werden nur nicht so geboren. Eine Quelle für diese Grundannahme ist in den Grundbedürfnissen des Menschen zu sehen.

Bedürfnisse sind immer konstruktiv und lebensbejahend. Strategien zu ihrer Befriedigung nicht.

Bedürfnisse gelten in der Motivationspsychologie (z. B. bei Maslow) immer als konstruktiv und lebensbejahend. Die daraus abgeleiteten Strategien, Lösungen und Verhaltensweisen können sich aber sehr negativ auf das Umfeld auswirken und werden deshalb von diesem oft als destruktiv gewertet. Hier unterscheidet die Humanistische Psychologie zwischen Person und Verhalten.

Die Positive Psychologie lenkt den Blick auf das Gelingende im Leben.

Die Positive Psychologie lenkt den Blick auf das Gelingende im Leben und untersucht das Zusammenwirken von Glück, Wohlbefinden und Leistungsvermögen. Sie beschäftigt sich mit dem was das Leben lebenswert macht und wie Wohlbefinden entsteht. Bekannte Vertreter sind Dr. Martin Seligman („Der Glücks-Faktor“) oder Michael Csikszentmihalyi mit seinen Forschungen zum „Flow“.

Das „Negative“ wird nicht negiert, soll aber nicht die ausschließliche Aufmerksamkeit bekommen.

Dabei wird das „Negative“ nicht negiert, sondern akzeptiert. Es soll nicht die (bisher) ausschließliche Aufmerksamkeit bekommen. Bis dato war Forschungsgegenstand der Psychologie die Untersuchung von menschlichen Problemen und ihrer Behebung.

„Positives Denken“ ist ein Konzept, das darauf abzielt, bewusstes Denken gezielt zu verändern.

Positives Denken ist als ein Konzept, eine Methode oder auch als eine Aufforderung zu beschreiben. Bekannt wurde es u.a. durch Dale Carneggie („Sorge dich nicht – lebe!“) und Bryan Tracy („Thinking Big“). Sie zielen im Kern darauf ab, dass man durch konstante positive Beeinflussung seines bzw. ihres bewussten Denkens (z. B. mit Hilfe von Affirmationen oder Visualisierungen) ihre Aufmerksamkeit lenken und in seinen Gedanken eine dauerhaft konstruktive und optimistische Grundhaltung erreichen. Damit soll eine höhere Zufriedenheit und Lebensqualität erzielt werden.

„Positives Denken“ alleine ist wirkungslos.

Dieser Ansatz ist bei vielen „Gurus“ vor allem in Amerika stark vertreten, erwiesenermaßen aber wirkungslos und im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen destruktiv zu bewerten. Unser Gehirn lässt sich eben nicht auf Befehl „positiv“ umstellen („Denk nicht an den rosaroten Elefanten!“).

Die Positive Psychologie schafft eine Balance zwischen dem, was gelingt und dem, was schwierig ist.

Grundsätzlich geht es um die Balance. Wir müssen uns mit beidem beschäftigen, dem was gelingt und dem was schwierig ist. Hier hat die Positive Psychologie die wissenschaftliche Grundlage für die „2. Waagschale“ gelegt. Positives Denken lehnen wir ab.

Positive Psychologie für Mediatoren

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— Mediation