Neue Gallup Studie: Wieviel kosten „schlechte“ Chefs ihr Unternehmen?

Seit über 15 Jahren erstellt das Beratungsunternehmen Gallup jährlich den Engagement Index für Deutschland, den sogenannten Q12®, der Auskunft über die emotionale Bindung von Mitarbeiterinnen an ihr Unternehmen gibt. Die Ergebnisse der Studie aus dem Jahr 2016 zeigen auf, dass rund 70 % der Beschäftigten nur gering emotional gebunden sind und eher „Dienst nach Vorschrift“ machen, rund 15 % haben bereits innerlich gekündigt.

Wer sich kaum mit seinem Arbeitgeber identifiziert, zeigt weniger Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein – und schweigt häufiger zu Fehlentwicklungen.

Die Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt ist höher geworden; die Machtverhältnisse haben sich gedreht: qualifizierte Mitarbeiter können sich mittlerweile aussuchen, wo sie arbeiten wollen. Die Studie zeigt auch, dass die Unternehmen – um Mitarbeiterinnen an sich zu binden – häufig an den falschen Hebeln ansetzen. So ist für Angestellte „die Möglichkeit, das zu tun, was man richtig gut kann“, um ein Fünffaches wichtiger als die Höhe des Gehalts.

Der wichtigste Faktor bleibt jedoch die Zufriedenheit mit dem direkten Vorgesetzten. Und hier klaffen Selbst– und Fremdeinschätzung auseinander: während nur jeder fünfte Arbeitnehmer eine motivierende Führung erleben, halten sich 97 % der Chefs für eine gute Führungskraft. Und so kommt die Studie zu folgendem, erschreckenden Ergebnis: Ja, schlechte Chefs kosten die deutsche Volkswirtschaft pro Jahr bis zu 105 Milliarden Euro.

Einen Einblick in die Forschung vermittelt das 2014 erschienen Buch „Engagement Index. Die neuesten Daten und Erkenntnisse aus 13 Jahren Gallup-Studie“, das bei Amazon und im gut sortierten Buchhandel erhältlich ist.

Quelle: Pressemitteilung von Gallup vom 22. März 2017.

— Aus der Wissenschaft