Respektvoller Umgang wichtiger als ein höheres Gehalt

Mitarbeiter wünschen sich mehr Respekt, das fand die RespectResearchGroup der Universität Hamburg heraus. Den meisten ist sogar der respektvolle Umgang am Arbeitsplatz wichtiger als ein höheres Gehalt. Großer Nebenwirkung: Mitarbeiterinnen mit Respekt zu begegnen, bringt dem Unternehmen letztlich wieder Profit.

Horizontaler Respekt ist der soziale Kitt in Gruppen, da er das Grundbedürfnis des Menschen erfüllt, sich verbunden zu fühlen. Fast genauso wichtig ist der vertikale Respekt (zwischen den Hierarchieebenen): Mitarbeiter wollen ihre Führungskraft aufgrund ihrer Fähigkeiten anerkennen, und zugleich für die eigenen Kompetenzen respektiert werden.

Wenn sich Mitarbeiter stärker mit dem Team identifizieren, hat das wiederum eine stabilisierende Wirkung, da Meinungen frei geäußert und Konflikte offen ausgetragen werden können. Leider zeigt der Alltag etwas anderes: Respektlosigkeit in Form von Unhöflichkeit, fehlendem Miteinander, verletzenden Kommentaren oder erlebten Ungerechtigkeiten wird häufig bagatellisiert: „Das ist hier kein Ponyhof“ oder „Wir müssen Kollegen und keine Freunde sein“.

Zur Sorge, dass eine „Kuschelkultur“ zu Lasten von Produktivität und Effizienz ginge, besteht kein Anlass: Mangelnder Respekt senkt die Motivation, während respektvolle Führung und Teamarbeit die Arbeitszufriedenheit fördert und eine positive Wirkung auf die Leistung hat und somit Produktivität und Effizienz fördert. Funktioniert jedoch nur dann, wenn diese Nebenwirkung nicht zum Ziel wird. („Mehr als ein Kuschelfaktor: Die Sehnsucht nach Respekt“, in: Wirtschaftspsychologie aktuell 4/2014, S. 46ff.)

Ergänzend hierzu: Die international durchgeführte Globe-Studie (15.322 Manager, 778 Organisationen, 60 Länder) zeigt, dass es einen internationalen Konsens über die wichtigsten Eigenschaften von Führungskräften gibt: „visionär“, „inspirierend“ oder „Teamintegrator“. Solche Leadership-Qualitäten (transformationaler Führungsstil) zeigen sich darin, dass eine Managerin ihr Mitarbeiterinnen auch auf der gefühlsmäßigen, psychologischen Ebene abholt – das I-Tüpfelchen der Führungskompetenzen. Reine Management-Qualitäten wie Planung, Budgetierung, Controlling, Problemlösen (transaktionale Führung) bilden zugleich die unverzichtbare Basis guter Führung. Es geht also wie immer um die richtige Mischung. (Tobias Heilmann: „Die Kombination macht’s. Führungskräfte brauchen Managment und Leadership Kompetenzen“, personalmagazin 10/09, 34f.

Illustration: Begrüßung © Zweisicht

— Aus der Wissenschaft