YouTube-Video mit Prof. Friedrich Glasl: Konfliktdynamik und Friedenschancen in der Ukraine

Im März 2022 fand ein vielbeachteter Online-Vortrag des renommierten Konfliktforschers Prof. Friedrich Glasl anlässlich des Kriegs in der Ukraine statt. Auf Wunsch der Teilnehmenden hat Glasl daraufhin einen offenen Brief an die Politik verfasst. Wir haben Ihnen die Videoaufzeichnung zum Vortrag und den Brief in diesem Beitrag verlinkt.

Am Online-Vortrag „Konfliktdynamik und Friedenschancen in der Ukraine – Was können wir zum Frieden und zur De-Eskalation beitragen“ von Glasl am 24. März 2022 haben laut Veranstalter 1700 Mediator*innen teilgenommen. Auch wir waren dabei und haben diese Gelegenheit genutzt, um mehr über die Konflikthintergründe, Entwicklungen und Lösungsansätze für die Ukraine und Russland zu erfahren und was wir als Mediator*innen dazu beitragen können.

Online-Vortrag: „Konfliktdynamik und Friedenschancen“ von Prof. Friedrich Glasl

Aufgrund des großen Interesses haben die Veranstalter eine Aufzeichnung des Vortrags auf YouTube veröffentlicht. Wir verlinken Ihnen das Video in unserem Blog, da wir die Inhalte für Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Ausbildung in Wirtschaftsmediation und für alle an einer kooperativen Konflikt-Kultur interessierte Menschen für bedeutend halten.

Die neun Eskalationsstufen nach Glasl treten bei allen Konfliktarten auf.

Glasl ist bekannt für sein Modell der neun Eskalationsstufen, die bei mikro- und makrosoziologischen Konflikten in analogen Formen auftreten. In seinem zweistündigen Vortrag stellte er dar, wie er die Situation einschätzt und welche Impulse und Haltungen von außen nötig sind – auch in unserem eigenen Denken und Verhalten gegenüber der Ukraine und Russland.

Was können wir zum Frieden und zur De-Eskalation beitragen?

Aus dem Vortrag nehmen wir insbesondere mit:

  • dass durch de-eskalierende Vorleistungen entstandene Spannungen ernsthaft reduziert werden können.
  • dass Menschen aus Russland nicht per se ausgeschlossen werden dürfen und bei kulturellen Anlässen, die Freiheit von Kunst, Religion und Wissenschaft gewahrt werden muss.
  • dass Menschen eines Volkes bewusst nicht als Feinde behandelt werden sollen, sondern in den Diskurs über Grundwerte und gewaltfreie Konfliktlösung miteinbezogen werden sollen.
  • dass es dem Frieden mehr dient, Lösungsperspektiven mit der politischen und zivilgesellschaftlichen Ebene beider Länder zu erzeugen, anstatt eine affektgesteuerte Eskalationsdynamik und psychologische Dämonisierung voranzutreiben.

Ein offener Brief des Konfliktforschers Prof. Friedrich Glasl an die Politik

Nach dem Vortrag wurde seitens der Teilnehmenden der Wunsch laut, Glasl möge einen offenen Brief an die Politik mit den Kernsätzen seiner Aussagen für Versöhnung, Abrüstung und Frieden verfassen. Dieser Brief kann an Politikerinnen und Politiker weitergegeben werden. Sie können ihn gerne an Ihnen bekannte Stellen weiterleiten: Link zum Aufruf an die Politik

Videoaufzeichnung des Vortrags und Bitte um Spenden

Das Video steht auf YouTube kostenfrei zur Verfügung. Die Veranstalter Trigon Entwicklungberatung und Bundesverband Mediation e.V. bitten um Spenden zur Unterstützung der „Ärzte ohne Grenzen”. Diese Organisation leistet sowohl in der Ukraine als auch in Russland medizinische Hilfe und organisiert lebenswichtige Hilfsgüter für die Geflüchteten an den ukrainischen Grenzen.

Wenn Sie sich den Vortrag ansehen und dafür etwas spenden möchten, überweisen Sie Ihre Spende mit dem Verwendungszweck „Trigon“ auf folgendes Konto:

Konto-Inhaber: Ärzte ohne Grenzen e.V.
Verwendungszweck: Trigon
IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00
SWIFT-BIC: BFSWDE33XXX

Die Nennung des Verwendungszwecks sorgt für die Verwendung Ihrer Spende als Hilfe für die von diesem Krieg und Flucht betroffenen Regionen. Ihre Spendenbescheinigung erhalten Sie direkt von „Ärzte ohne Grenzen“.

 

 

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