Newsletter Februar 2014

„Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern.
Aber Du kannst es vertiefen!“

— Gorch Fock

(c) Elke Schwertfeger

Zu wenig Zeit, zu wenig Zeit ... auch dieses Jahr schon wieder? Wir haben uns von dem Schriftsteller und Namensgeber für Segelschiffe Gorch Fock inspirieren lassen und nehmen uns Zeit, um genauer hinzuschauen.

Das Neue Jahr hat einen hohen Takt vorgegeben – unser Newsletter möchte zu einer kurzen Verschnaufpause einladen: Sie erfahren den aktuellen Stand zur Rechtsverordnung für zertifizierte Mediatoren, von „Systemdesignern“ zwischen Mediation und Organisationsentwicklung und von der Achtsamkeit, die die Arbeit mit Konflikten intensiver und nachhaltiger macht. Unser Lesetipp ist dieses Mal ein eBook und beleuchtet Mitgefühl in Alltag und Forschung. Vertiefung in Themen und Tools wie Mediation in Teams und Gruppen sowie Achtsamkeit bieten wir in unseren offenen Seminaren an.

Wir freuen uns, Sie/Dich bei einer dieser Gelegenheiten wieder zu sehen und unsere Gedanken und Erfahrungen auszutauschen.

Und nun wünschen wir eine gute Zeit und viel Freude beim Lesen!

    

PS: Sie können unseren Newsletter auch als PDF-Dokument herunterladen.

Genauer hinschauen: Aktuelles bei Zweisicht und aus der „Mediationsszene“

Entwurf vorgestellt: Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat auf ihrer Website am 06.02.2014 einen Entwurf „Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungs-Verordnung“ (ZMediatAusbV) veröffentlicht. Damit kommt das BMJ den Anforderung von § 6 MediationsG nach, eine Rechtsverordnung zu erlassen, die die Aus- und Fortbildung von „zertifizierten Mediatoren“ regelt. Dieser (geschützte) Titel wurde mit Inkrafttreten des Mediationsgesetzes geschaffen, kann aber bis zur Gültigkeit der ZMediatAusbV noch nicht getragen bzw. verliehen werden.

Inhaltlich ist der Entwurf stark an dem angelehnt, was schon zuvor im Gesetzgebungsverfahren diskutiert wurde und in der Gesetzesbegründung aufgeführt ist. Wesentliche Eckdaten sind: Als zertifizierter Mediator darf sich bezeichnen, wer eine mindestens 120-stündige Ausbildung gemäß aufgeschlüsselter Ausbildungsinhalte, einen Berufsabschluss bzw. ein Hochschulstudium und eine mind. zweijährige praktische berufliche Tätigkeit nachweisen kann. Der zertifizierte Mediator muss sich regelmäßig fortbilden (innerhalb zwei Jahren mindesten 20 Zeitstunden) und eine regelmäßige praktische Tätigkeit nachweisen (mind. vier Mediationsverfahren innerhalb von zwei Jahren). Er soll sich im Rahmen von Supervision und Intervision in seiner Praxis unterstützen lassen. Eine Zertifizierungsstelle ist in der Verordnung nicht vorgesehen. Unklar bleibt auch, wer die Nachweiskontrolle durchführt bzw. ob es eine „Beschwerdestelle“ gibt, wenn der Titel vermeintlich unrechtmäßig geführt wird. Für bereits ausgebildete Mediator/innen gibt es eine Übergangsregelung (Voraussetzung: mind. 90 Stunden, Ausbildungsende vor dem 26.07.2012). Auch hier ist der Nachweis von vier Praxisfällen erforderlich.
Bis zum 30.04.2014 besteht die Möglichkeit, zum Verordnungsentwurf Stellung zu beziehen. Der Bundesverband MEDIATION e.V. wird dies für seine Mitglieder in einer Stellungnahme tun. Anregungen können an die Geschäftsstelle gesendet und auf der kommenden BM-Werkstatt am 14./15.03.2014 in Frankfurt/Main diskutiert werden.
[Verordnungsentwurf beim BMJ als PDF herunterladen]

Achtsamkeit in der Konfliktbearbeitung

Mit der Frage, wie Mediation und Meditation zusammengehören – hat sich Zweisicht intensiv beschäftigt. Achtsamkeit ist derzeit „en vogue“ und läuft Gefahr, zu einem weiteren Tool der Selbstoptimierung zu werden.
Die Achtsamkeitspraxis wurde in den letzten Jahren aus ihrem spirituellen Kontext herausgelöst und auf die Bedürfnisse der westlichen Welt angepasst. Nun ist es an der Zeit, Mediation mit dieser jahrtausendealte Praxis zu verbinden, die tiefes Verstehen und echte Transformation in zwischenmenschlichen Beziehungen ermöglichen kann.
Zweisicht bietet Vertiefungstage zu „Achtsamkeit in der Konfliktbearbeitung“ (s.u.) an, sowie Inhouse-Seminare für Führungskräfte „Aus dem Vollen schöpfen - Achtsamkeit im Führungsalltag“ (auf Anfrage).
Corina Bastian und Margret Ammann haben im Spektrum Mediation No. 52 unter dem Titel „Mindful Mediation – Achtsamkeit in der Konfliktbearbeitung“ einen Beitrag veröffentlicht. [Artikel lesen]

Mediation & Systemdesign

Der Begriff „System-Design“ steht für die Entwicklung und Implementierung von Konflikt-managementsystemen in Unternehmen und Organisationen. “Systemdesigner” sind Berater, die Mediation und Organisationsentwicklung verbinden. Auch in Deutschland gibt es erste Erfahrungen mit innerbetrieblichen Konfliktmanagementsystemen (KMS), die über die Bildung eines Mediatorenpools hinausgehen. Die „Gesellschaft für Systemdesign“ richtet am 22. Februar 2014 ihren zweiten Kongress in Frankfurt a.M. zum Thema „Konfliktmanagement und organisationaler Wandel – Impulse für ein achtsames Management von Veränderungsprozessen“ aus. [Details

Diskussionsbeiträge finden sich bspw. auf dem Blog „Organisationsmediation“ der Kollegen von Inmedio. [Lesenswerte Blogs zu Wirtschaftsmediation und anderen relevanten Gebieten]

Neugründung eines Mediationszentrums der IHKen

Die IHK Südlicher Oberrhein hat in ihrer Vollversammlung am 27.11.2013 beschlossen, mit den IHKen Hochrhein-Bodensee und Schwarzwald-Baar-Heuberg ein gemeinsames Mediationszentrum zu gründen. Grundlage ist eine ebenfalls gemeinsam verabschiedete Mediationsordnung.
Die Mediationsstelle ist auf Antrag zuständig, wenn mindestens eine der Konfliktparteien einer deutschen IHK angehört oder auf Ersuchen einer anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaft. Sie ist auch zuständig bei innerbetrieblichen, nachfolgerelevanten oder gesellschaftsrechtlichen Streitigkeiten in einem solchen Unternehmen.
Mediationsstellen werden von einer ganzen Reihe von IHKen für ihre Mitglieder betrieben, u.a. an der IHK München & Oberbayern und der Handelskammer Hamburg. In Baden-Württemberg haben die IHK Heilbronn-Franken und die IHK Karlsruhe/IHK Rhein-Neckar, bereits eine Mediationsstelle eingerichtet. Weitere Kammern bieten andere Formen der Außergerichtlichen Streitbeilegung (ADR) an, z.B. Einigungsstellen, Schlichtungsstellen oder Schiedsgerichte.
Die Mediationsordnung sowie die Kooperationsvereinbarung sind auf den Seiten 41-43 der Januar-Ausgabe 2014 der IHK-Zeitschrift „Wirtschaft im Südwesten“ abgedruckt.
[Mediationsordnung & Kooperationsvereinbarung lesen]

Mediation im internationalen Vergleich

Wie etabliert ist die Mediation im Katalog der alternativen Streitbeilegungsverfahren in den wichtigsten Ländern der Welt und gibt es dort bereits rechtliche Standards? Im „International Mediation Guide“ der Kanzlei Clifford Chance werden 25 Länder auf jeweils einer Seite portraitiert. Die Übersicht ist kostenlos.
[International Mediation Guide herunterladen]

(c) Tania Singer und Matthias Bolz

Besser verstehen: der Lesetipp "Mitgefühl. In Alltag und Forschung"

Das kostenlose eBook „Mitgefühl. In Alltag und Forschung“ von Tania Singer und Matthias Bolz beschreibt bestehende sekuläre Trainingsprogramme, den aktuellen Stand der Wissenschaft sowie Erfahrungsberichte aus der Praxis. Ein empfehlenswertes eBook mit Texten, Videomaterial, Soundcollagen und Fotos – etwa zu den Fragen: Was ist der Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl? Kann man Mitgefühl trainieren? Verändert sich das Gehirn durch mentales Training?
Das eBook steht kostenlos zum Download in verschiedenen Formaten (PDF, iPad, E-Pub, Kindle) zur Verfügung, multimediale Inhalte sind nur in der Version für iPads direkt integriert.
[eBook herunterladen]

(c) Jörg Schmidt

Weiter vertiefen: Offene Seminare 2014

Vertiefungstage „Achtsamkeit in der Konfliktbearbeitung“
3 x 2 Tage ab 09./10. Mai 2014 mit Margret Ammann & Corina Bastian

Die Vertiefungstage bieten Raum für das, was im beruflichen Alltag oft untergeht. Mithilfe der Achtsamkeitspraxis festigten Sie Ihre innere Haltung und erweitern Ihr Repertoire in der Bearbeitung von Konflikten. Achtsamkeit ermöglicht echten zwischenmenschlichen Kontakt und verbindet uns mit unseren Ressourcen und Potentialen. Sie werden innerlich freier und gelassener im Umgang mit „Störungen“. Alle Methoden werden selbst erfahren und können anschließend in die berufliche Praxis integriert werden. [Details & Anmeldung]

Sommerakademie „Konfliktklärung in Teams & Gruppen“ in Königswinther bei Bonn
28. Juni – 04. Juli 2014 mit Christian Bähner, Monika Oboth und Jörg Schmidt

Die Sommerakademie bietet einen guten Rahmen intensiv zu üben und sich in der Teammediation auszuprobieren. Sie erarbeiten und erweitern dabei Ihre Kompetenz und Sicherheit in der professionellen Moderation von Konfliktklärungen in Gruppen. Dabei lernen Sie mit aggressiven Äußerungen und Widerständen von Streitparteien sicher umzugehen und die Energie von Gefühlen zu nutzen. Im Anschluss können Sie bewusst steuern, wann Sie dem Prozess der Auseinandersetzung der Streitparteien Raum lassen und wo Sie klare Strukturen und beschützende Begrenzungen setzen. Kurze Theorieinputs, wechseln sich mit praktischen Übungen und Rollenspielen ab. [Details & Anmeldung]

Ankündigung: Workshop „Das neue Mediationsgesetz – Wissenswertes für Mediator/innen“
11. Juli 2014 mit RAin und Wirtschaftsmediatorin Florina Hirt

(c) Kim Dai-Kuasook, Grook

Und zum 17ten Mal: Ausbildung in Wirtschaftsmediation 2014

17. Ausbildung Wirtschaftsmediation
Start: 03. – 05. April 2014 (sieben berufsbegleitende Module; Abschluss: 22. – 24.01.2015

„... diese Monate des Lernens [waren] für mich auch gleichzeitig ein persönlicher Entwicklungsweg“, so eine Teilnehmerin aus einer unserer vergangenen Mediationsausbildungen. Weitere Referenzen ehemaliger Teilnehmer/innen sowie ausführliche Informationen zu Inhalten und Schwerpunkten finden Sie auf unserer Website. Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne unser ausführliches Curriculum zu und beraten Sie unverbindlich in einem persönlichen oder telefonischen Beratungstermin. [Details].

Tagesworkshop Mediation
18.10.2104 mit Elke Schwertfeger und Christian Bähner

Was ist Mediation? Wie vermittle ich zwischen Konfliktpartnern? Wie werde ich Mediator/in?
Dies und mehr sind Fragen, die wir in diesem Workshop bearbeiten werden. Das eintägige Semimar richtet sich an alle Personen, die sich für die Arbeitsweise eines/r Wirtschaftsmediators/in interessieren und sich selbst in dieser neuen Form der Konfliktbearbeitung ausbilden lassen möchten. [Details & Anmeldung]

Für langfristig planende Menschen: Die Termine für den 18. bis 21. Ausbildungsgang Wirtschaftsmediation sind bereits terminiert und auf der Website einsehbar.
[Termine 2014-2016 einsehen]

Impressum

Unser Newsletter geht an Kunden, Partner und Kollegen von Zweisicht. Er beleuchtet Themen rund um Konfliktmanagement und Wirtschaftsmediation und informiert über das Angebot von Zweisicht. Eine Weitergabe des Newsletters ist  erwünscht.

Zweisicht.
Christian Bähner & Elke Schwertfeger GbR
Hirschenhofweg 14
79117 Freiburg
Deutschland
FON  +49 (0)761 20 22 200
FAX   +49 (0)761 20 24 121
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