Newsletter Juli 2015

Die Sprache ist voller Bilder und wir müssen nur lauschen.“
— Friedemann Schulz von Thun

Visualisierungen können Eisbrecher sein (c) Elke Schwertfeger

In unserer heutigen modernen Zeit mit Powerpoint-Präsentationen und einer großen Auswahl an Cliparts - ist da die Visualisierung auf dem Flipchart noch zeitgemäß?

Wir nutzen Flipchart und Moderationsmarker - insbesondere im Kontext von Konfliktmoderation und Training. Sie sind für uns ein wichtiges Handwerkszeug. Mit einfachen Strichen Bilder aus dem Stegreif entstehen zu lassen, wofür manchmal keine Worte gefunden werden, fördert Verständnis. Visualisierung birgt Raum für Lebendigkeit, hilft in der Komplexität Klarheit zu finden und bringt Wesentliches auf den Punkt. Kürzlich haben wir uns mit unserem Kollegen Jörg Schmidt einen Refresher gegönnt, um unsere eigene Flipchartgestaltung weiterzuentwickeln und eine lesbare Schrift zu trainieren. Dabei haben wir wieder mal erfahren, wieviel Spass das macht. Beruhigend auch für uns: Zeichnerisches Talent ist nicht erforderlich, wohl aber der Mut zum (Ver)Malen.

In diesem Newsletter findet Ihr/Sie wieder eine Mischung aus Wissenswertem und Bemerkenswerten aus der Mediationsszene und der Ausblick auf die kommenden Seminare und Ausbildungen, zu denen wir Sie / Euch herzlich einladen.

Eine schöne Sommerzeit wünschen

Elke Schwertfeger   Christian Bähner  Dr. Corina Bastian

PS: Sie können unseren Newsletter auch als PDF-Dokument herunterladen.

Wissenswert

Umfrage der IHK Frankfurt am Main zum Umgang mit Konflikten in Unternehmen: Streit - erfolgreich oder folgenreich!

Broschüre Streit - erfolgreich oder folgenreich!Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt hat zusammen mit dem Beratungsunternehmen Mazars Geschäftsführer, Führungskräften und Angestellte zum Thema Konflikte in Unternehmen befragt. Die im ersten Halbjahr 2014 durchgeführte Umfrage soll einen Eindruck zum aktuellen Umgang mit Konflikten in Unternehmen ermitteln und die Grundlage für die Weiterentwicklung von Streibeilegungsverfahren bilden. Ausgehend von einer prägnanten Konfliktanalyse in Bezug auf Kosten, Zeit und emotionale Belastung wurden die Wirksamkeit der bestehenden Formen von Streitbeilegung untersucht.
Die ansprechend gestaltete Broschüre ‚STREIT - erfolgreich oder folgenreich!’ (PDF; April 2015) mit den Ergebnissen der Umfrage ist auf der Website der IHK Frankfurt kostenlos erhältlich.

Qualitätssicherung in der Mediation – Initiative von fünf Mediations-Verbänden

Bundesverband Mediation e.V. initiiert Wie bereits in unserem letzten Newsletter berichtet, ist mit der Rechtsverordnung zum „zertifizierten Mediator“ in nächster Zeit nicht zu rechnen. Jetzt haben die Vorstände von fünf Mediations-Verbänden (BM, BAFM, BMWA, DFfM, DGM) mit über 6.000 Mitgliedern die Initiative ergriffen, einen „Qualitätsverbund Mediation (QVM)“ zu schaffen. Seine Aufgabe soll sein, den Basisstandard der Mediation zu etablieren. Dies dient der Qualitätssicherung und der Markttransparenz. Ferner soll den Erfordernissen des Verbraucherschutzes Rechnung getragen werden, um das Vertrauen in die Mediation zu stärken. Als Grundlage für den Basisstandard sollen die Elemente einbezogen werden, die sich über die letzten 20 Jahre bewährt haben. Das sind unter anderem: Ausbildungen im Umfang von mindestens 200 Zeitstunden durch qualifizierte Lehrende, ein angemessener Anteil davon Selbstreflexion und direkter Praxisbezug durch Mediations-Fälle. Der nächste Schritt wäre, diesen Basisstandard zu entwickeln. Das bedeutet nicht, die verbandseigenen Standards außer Kraft zu setzen. Derzeit sammeln die Verbände von ihren Mitgliedern Anregungen für die Umsetzung dieser Ziele.
Q: Mitgliederrundschreiben des Bundesverbandes Mediation e.V. vom 04.05.2015

Mediation & Recht: „Zwangsmediation“ in den AGB einer Versicherungen unzulässig

Die Klägerin, die Rechtsanwaltskammer (RAK) Berlin, klagte gegen eine Rechtsschutzversicherung (RSV) in einem Musterverfahren. Gegenstand des Rechtsstreits waren die Versicherungsbedingungen. Nach diesen speziellen Versicherungsbedingungen wurde Rechtsschutz für die außergerichtliche Interessenwahrnehmung nur für eine Mediation und nur dann übernommen, wenn diese vor Mediatoren erfolgt, die von der RSV bestimmt wurden. Für eine gerichtliche Interessenwahrnehmung wurde Rechtsschutz nur dann gewährt, wenn zuvor eine Mediation erfolglos vor Mediatoren verlaufen war, den die RSV ausgewählt hatte. Hierfür bot die beklagte RSV ihren Versicherungsnehmern günstigere Konditionen an, als beim Abschluss eines Vertrages ohne derartige Beschränkungen.
Das OLG Frankfurt hat entschieden, dass die von der RSV in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verwendete Klausel eine unangemessene Benachteiligung des Versicherungsnehmers darstelle; die RSV darf diese Klausel nicht mehr verwenden und sich in Altverträgen auch nicht mehr auf diese Bestimmung berufen. Das OLG „schützt“ mit seinem Urteil die Versicherungsnehmer und begründet dies mit der Definition und Verfahrensmaxime der Mediation. Damit schiebt auch das OLG dem Versuch von Rechtsschutzversicherern einen Riegel vor, im Interesse einer Kostenminimierung rechtliche Beratungsangebote von vorneherein einzuschränken. Die Gefahr einer unangemessenen Benachteiligung sei in diesem Fall einfach zu groß.
Weitere Informationen: Webseiten der Rechtsanwaltskammer Berlin und der DEURAG.

Bildungszeit in Baden-Württemberg ab dem 1. Juli 2015

Der Landtag von Baden-Württemberg hat im März 2015 ein „Bildungszeitgesetz” beschlossen, das in seinen Grundzügen den Standards entspricht, die auch in den anderen Bundesländern mit Bildungsfreistellung/Bildungsurlaub gelten. Ab dem 1. Juli 2015 haben damit Beschäftigte in Baden-Württemberg einen Anspruch darauf, sich zur Weiterbildung von ihrem Arbeitgeber an bis zu fünf Tagen pro Jahr freistellen zu lassen. Die Freistellung kann unter Fortzahlung des Arbeitsentgeltes für die berufliche, politische Weiterbildung sowie für die Qualifizierung ehrenamtlicher Tätigkeiten genutzt werden. Anspruch auf Bildungszeit besteht für Arbeitnehmer/innen, Auszubildende sowie für Studierende der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, mit einem Beschäftigungs- bzw. Ausbildungsverhältnis von mind. zwölf Monaten.
Zweisicht hat einen Antrag zur Anerkennung als Bildungseinrichtug in Baden-Württemberg gestellt. Wir informieren Sie auf unserer Website sobald die Genehmigung vorliegt. Unsere Angebote sind bereits für Arbeitnehmer im Saarland Rheinland-Pfalz und Berlin für Bildungsurlaub zugelassen.
Weitere Informationen zum Bildungsgesetz erhalten Sie beim Regierungspräsidium Karlsruhe.

Bemerkenswert

Fundstück: Aus dem Stegreif visualisieren

In unserer modernen Zeit kann Visualisierung herkömmlich mit Stift und Papier eine eigene dynamische Wirkungskraft in der Zusammenarbeit entfalten. Friedrich Schulz von Thun verdeutlicht die Bedeutung von Visualisierung in seinem Buch „Klarkommen mit sich selbst und anderen: Kommunikation und soziale Kompetenz“ (Seite 223f), woraus wir einen Auszug hier wiedergeben:

„Manche Besprechung, manches Gespräch im kleinen Kreis, manche Konferenz, manche Beratung und sogar Psychotherapie würden mehr Verständnis und eine bessere Verankerung des Verstandenen erzielen, wenn die wesentlichen Punkte und Zusammenhänge visualisiert würden, und zwar aus dem Stegreif an Ort und Stelle. Es gibt heute nur wenige Zaubermittel für eine bessere Verständigung, die so selten genutzt werden! Aufgewachsen im Bilder-Schlaraffenland des Computers haben wir es uns angewöhnt, die schönsten Fertigwaren mit technischer Perfektion herunterzuladen oder allenfalls selbst zu komponieren. Das ist ja auch für manche Zwecke wunderbar und längst unentbehrlich. Aber im unplanbaren Moment der menschlichen Begegnung scheuen sich viele, einen Filzstift, eine Stück Kreide in die Hand zu nehmen, um etwas zu verdeutlichen .... Wie hilfreich könnten auf Konferenzen, Besprechungen und Informationsveranstaltungen aller Art kleine Schaubilder sein – Ausruh-Inseln für den Geist, wenn wir im Meer der Worte zu ertrinken drohen ... besonders gut zeichnen kann ich auch nicht! Wenn ich es mit trotzdem angewöhnt habe, mit der Unbekümmertheit des Untalentierten immer und überall kleine Stegreifzeichnungen einzustreuen, dann deswegen, weil sie mir selber helfen, das Wesentliche im Blick zu behalten .... Jedenfalls höre ich häufig, ach Sie haben damals diesen Vortrag gehalten, mit diesen bunten Männchen im Bauch! – immerhin etwas ist hängen geblieben.“

Im exklusiven Downloadbereich für Newsletter-Abonnenten können Sie kostenlos Visualisierungsregeln sowie weitere Praxistipps aus vorherigen Newslettern herunterladen. Den Link finden Sie am Ende des Newsletters.

Lesenswert: „Innerbetriebliche Wirtschaftsmediation“

Dorothea Faller, Kurt Faller: Innerbetriebliche Wirtschaftsmediation? Wolfgang Metzner Verlag 2014

Dorothea Faller, Kurt Faller: Innerbetriebliche Wirtschaftsmediation? Wolfgang Metzner Verlag (Februar 2014)

Mit diesem Praxishandbuch erhalten Mediatoren, Führungskräfte in Unternehmen, Personalverantwortliche, Betriebsräte, Coaches und Berater wertvolle Anregungen zur Konfliktbearbeitung in Unternehmen. Das in diesem Buch vorgelegte Konzept betrachtet die innerbetriebliche Konfliktbearbeitung als eine Gemeinschaftsleistung von internen Verantwortlichen und externen Mediatoren. Wie können betriebsinterne Verantwortliche und externe Mediatoren bei der Konfliktbearbeitung optimal zusammenarbeiten? Wie können Kommunikationsstrukturen im Konfliktfall verbessert werden? Die innerbetriebliche Konfliktbearbeitung wird dabei als Element der Organisationsentwicklung gesehen und zeigt auf, wie Unternehmen und Organisationen ihre Fähigkeit zur Problemlösung weiterentwickeln. Das Praxishandbuch vermittelt eingangs die Grundlagen der innerbetrieblichen Konfliktbearbeitung, zeigt an konkreten Beispielen die Konfliktberatung mit Einzelnen, die Konfliktbearbeitung mit zwei Parteien und mit Gruppen auf. Ergänzend werden mit konkretem Falldarstellungen und Beispielen zwölf verschiedene Herangehensweisen und Techniken beschrieben, die für die Bearbeitung unterschiedlicher Konfliktlagen sinnvoll sind.

Weitere Informationen: Wolfgang Metzner Verlag.
Das Buch ist im Mediatorenshop, bei Amazon und im gut sortieren Buchhandel erhältlich.

Lohnenswert: Offene Seminare ...

Selbst-Annahme statt Selbst-Sabotage. Ein Seminar für Mediatoren, Coachs & Berater zu „The Work“ nach Byron Katie
25. - 26. September 2015 mit Ina Rudolph

Anstatt die Welt um uns herum so verändern zu wollen, wie sie sein „sollte“, können wir an der Ursache unserer Schwierigkeiten arbeiten, indem wir Gedanken, die wir glauben, überprüfen. Lösen sich destruktive Überzeugungen oder Glaubenssätze auf, verschwinden auch die damit verbundenen belastenden Gefühle. „The Work“ ist eine kraftvolle Methode, innere Konflikte zu bearbeiten und aufzulösen. Im Seminar arbeiten Sie an eigenen Fallbeispiele und füllen „nebenbei“ ihren methodischen Handwerkskoffer auf. Anschließen können Sie „The Work“ als Selbsthilfe und in der Beratung einsetzen. Neugierig? Auf Youtube können Sie Ina Rudolph und „The Work“ kennenlernen.  [Details & Anmeldung]

Am Vorabend findet im Buchladen in der Rainhofscheune um 19 Uhr ein Erlebnisabend mit Ina Rudolph statt. Eine Anmeldung hierfür ist nicht erforderlich.

Klärungshilfe für Mediator/innen I (Schwerpunkt Zwei-Personen-Klärungen)
17. - 18. Dezember 2015 mit Christian Prior

Das Seminar stellt den Ansatz der Klärungshilfe vor und zeigt Parallelen und Unterschiede zu anderen Mediationsrichtungen auf. Für den Umgang mit heftigen Gefühlen und Extremsituationen werden Interventionen vorgestellt und eingeübt, z.B. das Doppeln.
[Details & Anmeldung]

... und Weiterbildung in Wirtschaftsmediation

(c) Kim Dai-Kuasook, Grook

20. Ausbildung Wirtschaftsmediation
Start: 12. – 14. November 2015 (sieben berufsbegleitende Module; Abschluss: 14. – 16.07.2016)

„... im Rahmen dieser Ausbildung [wurde ich] dazu befähigt, auf Gefühle und Bedürfnisse anderer Mitmenschen gezielt einzugehen, Konflikte auf zwischenmenschlicher Ebene souverän zu erkennen und zu lösen und somit das Projekt wieder in geordnete Bahnen zu lenken. ...“ , so ein Teilnehmer aus einer unserer vergangenen Mediationsausbildungen. Weitere Referenzen ehemaliger Teilnehmer/innen sowie ausführliche Informationen zu Inhalten und Schwerpunkten finden Sie auf unserer Website. Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne unser ausführliches Curriculum zu und beraten Sie unverbindlich in einem persönlichen oder telefonischen Beratungstermin.  [Details]

Am Freitag, 18.09.2015 findet von 18:00 bis 19:30 Uhr ein kostenloser Infoabend statt. Wir freuen uns darauf, Sie an diesem Abend kennen zu lernen und Ihnen unsere Ausbildung persönlich vorzustellen! Um Anmeldung wird gebeten.

Für langfristig planende Menschen

Die Termine für den 21. bis 26. Ausbildungsgang Wirtschaftsmediation sind bereits terminiert und auf der Website einsehbar. [Termine 2016-2018 einsehen]

Impressum

Unser Newsletter geht an Kunden, Partner und Kollegen von Zweisicht. Er beleuchtet Themen rund um Konfliktmanagement und Wirtschaftsmediation und informiert über das Angebot von Zweisicht. Eine Weitergabe des Newsletters ist  erwünscht.

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