Buchtipp von Christian Bähner: Der Neurochirurg, der sein Herz vergessen hatte

Wir bei Zweisicht tauschen uns regelmäßig darüber aus, was wir nach Feierabend lesen, welche Romane und Geschichten uns gefallen, weil sie uns inspirieren, zum Nachdenken anregen, amüsieren oder berühren. Zuletzt war Christian Bähner, Geschäftsführer und Wirtschaftsmediator bei Zweisicht, ganz begeistert von einem Buch, das er Ihnen nun auch hier im Blog vorstellt.

Buchtipp | Achtsamkeit | Mitgefühl | James R. Doty

Der autobiographische Roman „Der Neurochirurg, der sein Herz vergessen hatte“ von James R. Doty, renommierter Neurochirurg aus Stanford, beginnt zunächst wie viele amerikanische Geschichten: Kind aus einfachen und schwierigen familiären Verhältnissen, der Weg aus Armut und Alkoholismus scheint für ihn vorgezeichnet. Durch eine Mentorin unterstützt, lernt der 12-jährigen Junge vier praktische Übungen mit deren Hilfe er sich auf seine Fähigkeiten besinnt, Schule und Studium absolviert und durch Geschick und Glück steinreich wird.

Mit vier Übungen zu Reichtum und beruflichem Erfolg?!

Diese vier Übungen sind eine ganz praktische Anleitung in Achtsamkeit. Der junge Doty lernt mit Hilfe von Körperwahrnehmungsübungen und zur Hilfenahme seines Atems, sich zu entspannen (Bodyscan), seine Aufmerksamkeit zu halten (Meditation), sein Herz zu öffnen (Liebende Güte) und sich klare Ziele zu setzen (Imagination). Mit kindlichem Eifer und Vertrauen übt Doty regelmäßig und erreicht damit sein hochgestecktes berufliches Ziel und wird Arzt.

Selbstoptimierung ist nicht das Ziel.

Das Buch enthält viele bekannte Facetten der Heldengeschichte „vom Tellerwäscher zum Millionär“. Doch es hat viel mehr Tiefgang. Es ist eine berührende und ermutigende Geschichte, wie sich mit echter Zuwendung, Vertrauen und Zuversicht eine vorgezeichnete Biographie verändern lässt. Sie ist sicherlich keine Schablone, um selbst Millionär zu werden. Schließlich vermittelt der Autor sehr deutlich, dass es bei den Achtsamkeitsübungen nicht um reine Selbstoptimierung und das Erreichen oberflächlicher, egoistischer Ziele geht.

Beim Streben nach Ruhm und Erfolg das Herz vergessen

Das hat Doty selbst schmerzlich erfahren müssen. Die Übungen verhelfen ihm zu beeindruckenden Erfolgen als Neurochirurg, bewahren ihn aber nicht davor, sich in Alltag und Routinen selbst aufzureiben, seine Ehe scheitert und zu seiner Tochter hat er kaum noch Kontakt. Als die Dotcom-Blase platzt, verliert er zudem noch sein ganzes Geld und vermeintliche Freunde wenden sich von ihm ab. Beim Aufräumen seiner Villa findet er sein altes Notizbuch aus der Zeit mit seiner Mentorin und es wird ihm bewusst, dass er bei seinem Streben nach Ruhm und Erfolg sein Herz vergessen hatte.

Wieder dem „Kompass des Herzens“ folgen

Trotz seiner schwierigen finanziellen Lage hält er an der Gründung einer Stiftung fest und erkennt für sich, dass seine Mentorin ihm zwar Techniken und Übungen lehrte, die Kraft durch die sich sein Leben nachhaltig veränderte, darin gelegen hatte, dass sie ihm ihre Zeit und Aufmerksamkeit schenkte und damit ihr Mitgefühl zeigte. Daraufhin entscheidet er sich bewusst, dem „Kompass seines Herzens“ zu folgen und seine Fähigkeiten und sein Geschick engagiert der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen.

Warum die Übungen „ohne Herz“ nicht funktionieren

Mit finanzieller Hilfe des Dalai-Lama gründet er später das Center for Compassion and Altruism (CCAR) an der Stanford University in Kalifornien. Dort forscht und lehrt er über die positiven Effekte von Achtsamkeit und Mitgefühl. Als erfahrener Neurochirurg ist Doty bestens vertraut mit der Funktionsweise des Gehirns und erklärt auch im Buch auf einfache und verständliche Weise, warum die Übungen „ohne Herz“ nicht funktionieren.

Achtsamkeit und Mitgefühl praktisch im Alltag leben

Ein spannendes Buch, das leicht zu lesen ist und auf ansprechende Art in die Achtsamkeitspraxis einführt. Am meisten hat mir an dem Roman gefallen, dass er zeigt, wie Achtsamkeit und Mitgefühl im beruflichen Alltag praktisch gelebt werden können und welche konkreten positiven Auswirkungen sie auf das ganze Leben haben. Und das ist eine Frage, die viele Sachbücher über Meditation nicht aufzeigen können.


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James R. Doty. Der Neurochirurg, der sein Herz vergessen hatte. Eine wahre Geschichte. Scorpio Verlag 2017*

 

 

 

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