Evaluationsbericht des Mediationsgesetzes

„Das Potential der Mediation ist noch nicht voll entfaltet“ – das zeigt der Evaluationsbericht des Mediationsgesetzes, der zugleich die erste flächendeckende empirische Untersuchung über die Nutzung von Mediation in Deutschland darstellt.

Justizia © Thorben Wengert / PIXELIO

Der Bericht der Bundesregierung über die Auswirkungen des Mediationsgesetzes auf die Entwicklung der Mediation in Deutschland und über die Situation der Aus- und Fortbildung der Mediatoren wurde im Juli 2017 veröffentlicht.

Um zu erfahren, ob aus Gründen der Qualitätssicherung weitere gesetzgeberische Maßnahmen auf dem Gebiet der Aus- und Fortbildung von Mediatorinnen notwendig sind, hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz die Studie beim Deutschen Forschungsinstitut für die öffentliche Verwaltung in Speyer in Auftrag gegeben. Der Gesetzgeber hatte 2012 in § 8 Abs. 1 des Mediationsgesetzes (MediationsG) die Bundesregierung verpflichtet, über diese Aspekte zu berichten.
Für die Evaluation wurden Experteninterviews geführt. Dem schloss sich eine Onlinebefragung an, an der sich über 1.200 Mediatoren beteiligt haben.

Wir fassen seine wichtigsten Ergebnisse für Sie zusammen: Mediation hat einen festen Platz als alternatives Instrument der Konfliktbeilegung in Deutschland. Zugleich könnte Mediation noch mehr genutzt werden: „Das Potential der Mediation ist noch nicht voll entfaltet“.

Darüber hinaus sind folgende Ergebnisse beachtenswert:

  • Weiterhin wird eine geringe Zahl von Mediationen von wenigen Mediatoren durchgeführt.
  • Mit Mediation ist wenig Geld verdient, die meisten Mediatorinnen sind zusätzlich in der Aus- und Weiterbildung tätig.
  • Die Zertifizierung in ihrer derzeitigen Gestalt hat für die Nutzer wenig Relevanz.
  • Der Bericht sieht - zum Teil im Gegensatz zu den befragten Personen - keinen Handlungsbedarf generell auf dem Gebiet der Aus- und Fortbildung von Mediatorinnen und speziell in folgenden Punkten: Regelung der Mediationskostenhilfe und Vollstreckbarkeit von Mediationsvereinbarungen.

Der Bericht steht auf der Seite des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz zum kostenlosen Download bereit.

Foto: Justizia © Thorben Wengert / PIXELIO

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