Kommt die Prüfstelle zur Zertifizierung von Mediatoren?

Im neuen Mediationsgesetz (MediationsG) wurde der Titel "zertifizierter Mediator" (§ 5 Abs. 2) geschaffen. In einer noch zu beschließenden Rechtsverordnung soll beschrieben werden, wer sich "zertifiziert" nennen darf. Unklar ist bisher, ob der Titel "verliehen" wird und von wem.

Das Bundesjustizministerium hat in der Begründung des Gesetzes seiner Erwartung Ausdruck verliehen, dass sich die wesentlichen Akteure der Mediation auf einheitliche Standards für die Anerkennung von Ausbildungsinstituten und Mediatoren einigen. Für den Fall, dass eine solche Initiative misslingt, werden gesetzliche Maßnahmen zur Schaffung einer einheitlichen Anerkennungsstelle vorbehalten.

In einem im Juli 2013 veröffentlichten Diskussionsentwurf einer Arbeitsgruppe der Verbände BAFM, BM, BMWA, Deutschem Forum für Mediation und DGM wurde jetzt die Einrichtung einer privatrechtlich betriebenen "Prüfstelle" in Aussicht gestellt. Sie hat das Ziel festzustellen, ob die Standards der zu erwartenden Rechtsverordnung für den "zertifizierten Mediator" erfüllt respektive eingehalten werden.

Bemerkenswert ist der Austausch und die Zusammenarbeit in einem erweiterten Personenkreis. Bisher haben ausschießlich BAFM, BM und BMWA in größerem Umfang miteinander kooperiert und sind mit einem gemeinsamen Mediationskongress 2012 in Ludwigsburg an die Öffentlichkeit getreten. Spürbar ist das Bemühen, möglichst viele Akteure einzubinden. Dass dies ein umfangreiches und langwieriges Verfahren werden könnte, scheint der Arbeitsgruppe bewusst zu sein, da sie nach vier Arbeittreffen weiterhin mit der Identifizierung der Initiatoren der Prüfstelle beschäftigt ist. Im weiteren Verlauf sollen Ideen für die organisatorischen Strukturen und Arbeitsabläufe einer gemeinsamen Prüfstelle vorbereitend überlegt werden.

Bis zum Vorliegen eines detaillierten Arbeitspapiers und der Verabschiedung der Rechtsverordnung wird noch einige Zeit vergehen.

 

 

— Mediation



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