Mediation ersetzt Führung nicht

Dass Mediation als außergerichtliches Konfliktlösungsverfahren immer stärker in Unternehmen genutzt wird, ist einerseits zu begrüßen. Es kann jedoch auch eine Kehrseite haben: Wenn nämlich der Effekt entsteht: „Lass das mal den Mediator machen ...“

Illustration: Führung mitnehmen © ZweisichtViele Führungskräfte glauben, dass sie sich nicht mehr kümmern müssen, sobald eine externe Mediatorin beauftragt wurde. Oftmals hängt ein auftretender Konflikt jedoch mit dem Thema „Führung“ zusammen. Daher muss die Führungskraft in die Konfliktlösung eingebunden werden.

Der Mediator vermittelt als neutrale Person und unterstützt die Beteiligten in der Lösungsfinden, für die Lösung selbst ist er nicht zuständig: hier steht die Führungskraft in der Verantwortung.

Konflikte treten häufig dann auf, wenn systeminterne Gesetzmäßigkeiten verletzt werden. Dazu gehört etwa das „Gesetz“, dass jede Mitarbeiterin ein Recht auf Zugehörigkeit, Anerkennung und Respekt hat. Oder ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Geben und Nehmen. Darüber hinaus muss die informelle Hierarchie anerkannt werden, die sich aus Faktoren wie Alter, Dauer der Zugehörigkeit, Engagement, Bildungsstand usw. ergibt.

Werden diese ungeschriebenen Gesetze verletzt, müssen die Verletzungen anerkannt und ausgeglichen werden – dies ist und bleibt in der Verantwortung der Führungskraft, ob mit Unterstützung durch Dritte oder nicht.

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