Zweisicht. Bähner und Schwertfeger https://www.zweisicht.de/ Aktuelle Artikel zu Wirtschafts-Mediation und Ausbildung von Zweisicht.de en-gb Zweisicht. Bähner und Schwertfeger Wed, 22 Sep 2021 11:14:31 +0200 Wed, 22 Sep 2021 11:14:31 +0200 TYPO3 EXT:news news-341 Mon, 23 Aug 2021 08:39:15 +0200 Buchtipp: Mit einem Lächeln – 100 Übungen zur Positiven Psychologie http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/buchtipp-mit-einem-laecheln-100-uebungen-zur-positiven-psychologie.html Die Positive Psychologie findet seit einigen Jahren immer mehr Beachtung. Auch aus unseren Arbeitsfeldern Wirtschaftsmediation und Konfliktmanagement ist sie nicht mehr wegzudenken. Neben dem Standardwerk von Seligmann „Flourish – Wie Menschen aufblühen“ und weiteren Bänden z. B zu Positive Leadership, steht seit kurzem „Mit einem Lächeln – 100 Übungen zur Positiven Psychologie“ in der Zweisicht-Bibliothek. In diesem Beitrag erfahren Sie, weshalb wir das Buch empfehlen. Die Positive Psychologie – auch „Psychologie des Glücks“ genannt – ist noch ein recht junger Zweig der Psychologie, der seit den 90er Jahren untersucht, was Menschen brauchen, um sich besonders gut zu entwickeln und produktiv zu arbeiten. Ihre Erkenntnisse belegen, dass glückliche Menschen anderes denken, dass Stärkenorientierung und Potentialentwicklung Schlüssel zu mehr Zufriedenheit und Flow-Erleben sind. Ihr bekanntester Vertreter ist Prof. Dr. Martin Seligmann mit seinem Standardwerk einer Psychologie des gelingenden Lebens: „Flourish – Wie Menschen aufblühen“ (Kösel Verlag 2021). 

Was bedeuten die Erkenntnisse der Positiven Psychologie für die Praxis?

Wie gelingt die Umsetzung der Erkenntnisse in die Praxis, damit Menschen in unterschiedlichen Lebensbereichen davon profitieren? Das Übungsbuch „Mit einem Lächeln – 100 Übungen zur Positiven Psychologie“ (Junfermann Verlag 2021)* soll den Weg in die gelebte Praxis ebnen. Die Autor*innen Maike Schwier, Coaching im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung und Prof. Dr. Sven Sohr, Professor für Life Coaching an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport in Berlin haben Übungen zu 100 Schlüsselbegriffen zusammengestellt. Diese sind u.a. Dankbarkeit, Flow, Resilienz, Humor, Hoffnung, Mediation. 

Ein Überblick über die Geschichte der Positiven Psychologie

In der Einführung geben Schwier und Sohr einen Überblick über die Wurzeln der Positiven Psychologie. Angefangen von den griechischen Philosophen, die über den Weg zum Glück nachdachten, über die Humanistische Psychologie mit ihrem positiven Menschenbild (der Mensch als Gestalter, der sich selbst verwirklichen möchte) bis hin zur Geburtsstunde 1998 als Martin Seligmann bei deiner Antrittsrede der amerikanischen Psychologen-Vereinigung für eine Neuausrichtung der Psychologie auf die Potentiale der Menschen warb. 

Kritik an der Positiven Psychologie: Idealisierung und Instrumentalisierung

Neben geschichtlichen Hintergründen erfahren die Leser*innen auch, welche Kritikpunkte es an der Positiven Psychologie gibt. Die konsequente Ausrichtung auf das Positive und die bisher wenig beachtete Integration negativer menschlicher Erfahrung, führt immer wieder dazu, dass man ihr Idealisierung und Ideologisierung vorwirft. Uns sind die Vorbehalte geläufig und wir fanden die sachliche Auseinandersetzung damit vorbildhaft. Visionen und Zukunftsperspektiven dieses Forschungsgebiets runden das erste Kapitel ab. 

Impulse für Gesundheit, Beziehungen, Persönlichkeitsentwicklung und Lebensgestaltung

Nach der Einführung sind die Übungen in verschiedene Themenbereiche gegliedert. Es gibt 30 Übungen zur Gesundheit, 20 Übungen zu Beziehungen, 20 Übungen zur Persönlichkeitsentwicklung, 30 Übungen zu Lebensfragen. Vor jedem Kapitel findet man zudem eine kurze Einleitung, die den Kontext und Zusammenstellung der Übungen nochmal genauer erläutert. 

Fazit: Ein Workbook für sich selbst und/oder Inspiration für die Arbeit mit Klient*innen

Wir haben dieses Buch für die Zweisicht-Bibliothek angeschafft, weil wir neugierig waren, welche neuen Ideen es zur praktischen Umsetzung der Erkenntnisse der Positiven Psychologie die Autor*innen haben. Einige Übungen sind uns bekannt, z. B. Achtsamkeitsübungen. Die Zusammenstellung in dieser Form gefällt uns dennoch gut, weil sie auf lockere Art interessante Hintergrundinformationen zu den Übungen liefert. Wir empfehlen dieses Buch als Workbook für sich selbst zu nutzen und/oder als Inspiration für die Gestaltung von Mediationen, Coachings, Seminaren und Workshops. 

Positive Psychologie in Mediation, Coaching und Beratung

Wenn Sie sich für die Erkenntnisse der Positiven Psychologie interessieren und diese vertiefen wollen, dann werfen Sie doch mal einen Blick auf das Programm der Zweisicht.Akademie. Wir bieten u.a. die Seminare Stärkenorientierte Interventionen in Mediation, Coaching & Beratung und Methoden und Modelle der stärkenorientierten Teamentwicklung mit Dr. Markus Strauch an. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre eigenen Stärken zu reflektieren und systematisch in der Praxis zu nutzen.


Maike Schwier und Prof. Dr. Sven Sohr „Mit einem Lächeln – 100 Übungen zur Positiven Psychologie“ (Junfermann Verlag 2021)*

 

 

 

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Aktuelles Buchtipps
news-339 Tue, 10 Aug 2021 09:22:06 +0200 Mediation in der Praxis: Interview mit Nina Brieke http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/mediation-in-der-praxis-interview-mit-nina-brieke.html In unserer Reihe „Mediation in der Praxis“ veröffentlichen wir Interviews mit ehemaligen Teilnehmenden der Ausbildung in Wirtschaftsmediation an der Zweisicht.Akademie. In diesem Beitrag berichtet Dipl. Päd. Nina Brieke, Dozentin und Medienpädagogin an der Pädagogische Hochschule Freiburg. Sie war Teilnehmerin der 22. Ausbildung in Wirtschaftsmediation 2016/2017. 1. Was hat Dich dazu bewogen, die Ausbildung in Wirtschaftsmediation zu machen?

Ich war damals auf der Suche nach einer Aus-/Weiterbildung, die mich mit meinem pädagogischen Hintergrund weiter qualifiziert und mir eventuell Möglichkeiten zur beruflichen Veränderung aufzeigt. Ein ganz starker Punkt war außerdem die Chance auf persönliche Weiterentwicklung, insofern war auch von Anfang an klar: Ich lasse mir offen, was ich am Ende genau „damit mache“. Als ich mir die Inhalte der Mediationsausbildung durchlas, dachte ich: Das passt total! Meine Lebensgeschichte ist in Teilen sehr von Konflikten geprägt und hier sah ich die Chance, mich damit konstruktiv und produktiv auseinanderzusetzen.

2. Deine Ausbildung bei Zweisicht ist nun 4 Jahre her. Was ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?

Die empathische und wertschätzende Haltung von Elke Schwertfeger und Christian Bähner, die sie von Tag 1 (vor-)gelebt haben und die sich tief bei mir und meinen Mitstreiter*innen verwurzelt hat. Die intensiven Erfahrungen als Gruppe, die Aha- Momente und die Erkenntnis, dass die unzähligen Rollenspiele sehr dabei helfen, das Gelernte wirklich nachhaltig zu verankern.

3.Hast Du Dich im Bereich Wirtschaftsmediation danach weiter spezialisiert?

Im Anschluss an meine eigene Ausbildung habe ich als Assistenz eine weitere Gruppe begleiten dürfen. So haben sich die Ausbildungsinhalte noch einmal sehr vertieft und ich konnte Gelerntes aus einer neuen Perspektive praktisch anwenden. Desweiteren habe ich eine Ausbildung zur lösungsfokussierten Coachin bei Jörg Middendorf absolviert, der mit Zweisicht kooperiert.

4. Wie nutzt Du die Mediation heute?

In meinem derzeitigen Berufsalltag lässt sich eine Mediation „von A bis Z“ leider nicht umsetzen. Das ressourcenorientierte Feedback nutze ich konsequent und erfolgreich in der Arbeit mit studentischen Gruppen. Meiner Ansicht nach ist dies ein wertvolles Tool für zukünftige Lehrer*innen und Pädagog*innen. Die Grundsätze der gewaltfreien, wertschätzenden Kommunikation begleiten mich kontinuierlich, indem ich sie selbst anwende oder in Beratungssituationen (beruflich und privat) meinem Gegenüber als Option für Konflikte und schwierige Gespräche aufzeige und näher bringe. Weiterhin bin ich mit ein paar Leuten aus meiner Ausbildung- oder der Assistenzgruppe in Kontakt, um uns auszutauschen und zu üben.

5. Was war bislang Dein größter Erfolg im Bereich Mediation?


Es gibt für mich nicht den einen großen Erfolg. Ich bin einfach froh und dankbar darüber wieviel ich rund um dieses Thema gelernt habe und weiß, es wird mich vermutlich den Rest meines beruflichen und privaten Lebens begleiten.

6. Welche Hürden siehst Du beim Einsatz der Mediation in Deinem Arbeitsfeld?


Wie oben erwähnt kann ich als Mediatorin in dem Sinne an meinem Arbeitsplatz nicht arbeiten. Ganz grudsätzlich halte ich es jedoch für geradezu zwingend, dass sich an Universitäten und Hochschulen eine Kultur der wertschätzenden Kommunikation und des Konfliktmanagements etabliert. Die oft noch verkrusteten Hierarchien und Strukturen, die schier unantastbare Stellung von Professor*innen, oft wenig geschulten Führungskräfte und das fehlen einer internen Kommunikationskultur, führen immer wieder zu schmerzhaften und für die Betroffenen sehr belastenden Konfliktsituationen. Besonders auch in starken Abhängigkeitsverhältnissen wie z.B. zwischen Promovierenden und ihren Doktormüttern und -vätern.

7. Welchen Tipp hast Du für (frisch gebackene) Mediator/innen?


Üben, üben, üben. Auch das kleinteilige Anwenden von Tools ist wertvoll.

8. Hast Du ein persönliches Motto oder Lieblingszitat zum Thema Konflikt, das Dich begleitet?


Da gibt es viele. Ich greife mal raus: „Wer heilt hat recht“. Damit ist in diesem Fall gemeint: Gerade als Anfänger*in ist man schnell mal verunsichert weil man denkt: „Ohje, folge ich jetzt noch dem richtigen Fahrplan und habe Methode xy parat“. Letztendlich geht es vor allem um die Haltung. Wenn die passt, im Sinne der/des Klient*in agiert wird, die Wertschätzung und Zugewandheit spürbar ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch dass man als Mediator*in/Konfliktberater*in hilfreich sein kann. Wie genau und mit welchen methodischen Kniffen man da hin gekommen ist, ist für das Gegenüber quasi egal.

 

 

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Aktuelles Mediation in der Praxis - Mediatoren berichten
news-338 Mon, 12 Jul 2021 11:07:54 +0200 Konfliktmanagement-Kongress 2021 unter dem Motto „Mediation in Bewegung” http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/konfliktmanagement-kongress-2021-unter-dem-motto-mediation-in-bewegung.html Kongresse & Veranstaltungshinweise für Mediator*innen: Im September findet der 17. Konfliktmanagement-Kongress in Hannover statt. Das Motto lautet dieses Mal „Mediation in Bewegung – Bewegung in der Mediation“. In diesem Beitrag informieren wir Sie über Termine, Programm und Anmeldung. Am 24. und 25. September 2021 findet der 17. Konfliktmanagement-Kongress in Hannover statt. Das Justizministerium Niedersachsen hat auch in diesem Jahr wieder ein spannendes und vielseitiges Programm zusammengestellt.

Konfliktmanagement-Kongress in Hannover am 24. und 25. September 2021

Das Motto des Kongresses lautet „Mediation in Bewegung – Bewegung in der Mediation“. Wobei Bewegung ganz unterschiedlich verstanden und in Impulsvorträgen und Foren beleuchtet wird. Da geht es um die Zwischenbilanz des Mediationsgesetzes nach neun Jahren und dessen Weiterentwicklung, Bewegung im System der Mediand*innen, deren Umfeld, der Gesellschaft, in der Sprache; es geht um emotionale Bewegung in den verschiedenen Methoden und Verfahrensweisen der Mediation, wie z. B. in der Klärungshilfe oder der positiven Psychologie und es geht um Embodiment und das Zusammenspiel von Worten und Körpersprache.

Unter dem Motto: „Mediation in Bewegung – Bewegung in der Mediation“

Sie können sich noch bist zum 15. August 2021 online über die Homepage www.km-kongress.de anmelden. Der Veranstaltungs- und Verpflegungsbeitrag für die Teilnahme am Kongress sowie am Vorabendempfang beträgt 95 Euro. Falls Sie ausschließlich am Kongress teilnehmen möchten, zahlen Sie 75 Euro. Der Kongress ist als Präsenzveranstaltung geplant. In Abhängigkeit von der sich entwickelnden Lage behalten sich die Veranstalter*innen Änderungen des Konzepts vor, ggf. auch eine Umstellung auf online. Falls der Kongress abgesagt werden muss, erhalten Sie die Gebühren erstattet. Hier können Sie sich den Kongressflyer mit Details zum Programm herunterladen: 17. Konfliktmanagement-Kongress 2021 Programm

Ansprechpartner für Informationen zur Anmeldung ist:

Peter Wirries
Telefon: (0511) 1 20 - 50 24
E-Mail: mail@remove-this.km-kongress.remove-this.de

 

 

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Aktuelles Kongresse & Veranstaltungen
news-337 Fri, 28 May 2021 11:28:57 +0200 Die häufigsten Vorbehalte gegen Online-Mediation und wie Sie sie entkräften http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/die-haeufigsten-vorbehalte-gegen-online-mediation-und-wie-sie-sie-entkraeften.html Nach einem Jahr Corona-Pandemie haben Mediator*innen vielfältige Erfahrungen mit Online-Formaten gesammelt. Nach wie vor gibt es aber immer noch große Vorbehalte gegen die Online-Mediation. In diesem Beitrag regen wir Sie an, Online-Mediation einmal neu zu denken und zeigen Ihnen, wie Sie die häufigsten Vorbehalte entkräften. Eine Mediation online durchzuführen, birgt verschiedene Schwierigkeiten und verständlicherweise ist die Liste der Vorbehalte gegen eine Online-Mediation lang. Die häufigsten Vorbehalte, die uns immer wieder begegnen, sind:

  • Online-Mediationen sind physisch und mental extrem anstrengend.
  • Die Routine im Umgang mit der Technik fehlt und die Internetverbindung ist störanfällig.
  • Es ist in der virtuellen Welt viel schwieriger, einen guten Rapport und Vertrauen mit den Konfliktpersonen aufzubauen.
  • Der Kontakt ist eingeschränkt, wichtige körpersprachliche Signale nicht sichtbar.
  • Die Möglichkeiten der Interventionen sind begrenzt und Konflikte können leichter eskalieren.

Mediation online neu gedacht – Mit Shuttlegesprächen die Selbstklärung unterstützen

Marc Leu ist Wirtschaftsmediator im Ombudsoffice der SAP am Standort Japan. Er hat das Thema Online-Mediation neu gedacht und ein erfolgreiches Modell für Online-Mediationen entwickelt. Es ist bereits über verschiedene Standorte und Zeitzonen praktisch erprobt, wodurch sich die häufigsten Vorbehalte gegen Online-Mediation leicht entkräften lassen:

  • Online-Mediationen müssen gar nicht 1:1 wie Präsenz-Mediationen durchgeführt werden.
  • Ein klassischer Arbeitsblock von zwei Tagen kann in kleinere virtuelle Einheiten von nur 1-2 Stunden aufgebrochen werden.
  • „Shuttle-Gespräche“ unterstützen die Selbstklärung der Mediand*innen und
  • ermöglichen es, nah an den Bedürfnissen der Konfliktparteien (Sicherheit im virtuellen Raum, Tiefen-Verständnis des Konfliktes, Tempo und Rhythmus der Mediation) dran zu sein.
  • Dieses Vorgehen ist sowohl für Mediator*innen als auch für die Mediand*innen physisch und psychisch machbar und führt zu erfolgreichen Konfliktklärungen im virtuellen Raum. 

Menschen, die im Konflikt eine professionelle Begleitung im Sinne von Mediation bzw. Konfliktklärung erhalten, profitieren immer. Die Online-Mediation bietet dazu noch den großen Vorteil, ortsunabhängig Konflikte konstruktiv zu bearbeiten. Es lohnt sich daher, sich für das neue Modell der Online-Mediation zu öffnen und damit zu arbeiten.

Sie wollen das neue Modell kennen und anwenden lernen? Dann legen wir Ihnen die Zertifikatsfortbildung zum/zur „Online Mediator*in“ ans Herz. Alle Informationen zur Online-Fortbildung finden Sie hier.

 

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Mediation
news-336 Mon, 10 May 2021 12:38:09 +0200 Online-Mediation neu gedacht - Interview mit Marc Leu und Markus Meisl http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/online-mediation-neu-gedacht.html Wir wollen Sie mit diesem Beitrag für Online-Mediation inspirieren und lassen zwei Experten zu Wort kommen, die seit mehreren Jahren erfolgreich mit einem neuen Modell arbeiten. Das Besondere daran ist, dass sie die Selbstklärung der Konfliktparteien mit Shuttle-Gesprächen unterstützen. Dr. Marc Leu (ML) ist Wirtschaftsmediator im Ombudsoffice der SAP am Standort Japan. Er hat ein pragmatisches Modell für Online-Mediationen entwickelt und in seiner beruflichen Praxis - Zusammenarbeit über verschiedene Standorte und Zeitzonen - erprobt. 2021 erscheint sein Buch „My Stories of Conflict“.

Markus Meisl (MM) ist Führungskraft bei SAP und Wirtschaftsmediator im internen Mediatorenpool. Er wurde von Marc Leu im Bereich „Online-Mediation“ nach diesem Modell eingearbeitet und hat mittlerweile selbst einige Erfahrungen mit dem neuen Ansatz gesammelt.

Christian Bähner (CB), Wirtschaftsmediator und Gesellschafter von Zweisicht, hat mit beiden ein kurzes Interview geführt.

 

Ein Interview mit Marc Leu und Markus Meisl über neue Ansätze bei der Online-Mediation

 

CB: Was denkt Ihr, sind die größten Hürden, die es bei der Online-Mediation zu überwinden gilt?

 

ML: Es ist für mich physisch und mental anstrengend, mehr als zwei Stunden online zu arbeiten und gleichzeitig präsent zu bleiben; über eine komplette Mediation von zwei Tagen ist dies für mich schon gar nicht möglich, selbst bei genügend eingeplanten Pausen. Zudem ist es meiner Erfahrung nach in der virtuellen Welt schwieriger, einen guten Rapport und Vertrauen mit den Konfliktpersonen aufzubauen; damit einhergehend dann auch die Sorge vor Eskalationen bei Online-Mediationen. Beide Aspekte wollte ich mit einem pragmatischen Modell angehen und gerade die Durchführung von Online-Mediationen allen Beteiligten erleichtern.

 

MM: Auch wenn sich nach über einem Jahr Pandemie manche Menschen schon sehr routiniert im digitalen Raum bewegen, sind die meisten von uns noch lange nicht an das Medium digitale Videotelefonie gewöhnt. In vielen Fällen liegt es an der fehlenden Routine im Umgang mit der erforderlichen Technik. Oft ist es aber auch der Tatsache geschuldet, dass der direkte Kontakt mit anderen das ist, was menschliche Interaktion seit Jahrtausenden ausmacht. Wenn das fehlt, fehlt eine wichtige Grundlage für jede Art von Austausch. Das gilt auch für Mediand*innen und Mediator*innen in vielerlei Hinsicht (Körpersprache, „physisches“ Eingreifen wie leichtes Aufstehen usw.).

Und: Selbst wenn man Online-Meetings gewöhnt ist, tritt Ermüdung in diesem Kontext viel schneller ein als in Präsenzbesprechungen. Das hat Konsequenzen insbesondere für schwierige Gespräche wie Mediationen, also für die Länge von Online-Terminen.

 

CB: Wie schafft Ihr es, dass Online-Mediationen dennoch eine überdurchschnittlich hohe Erfolgsquote aufweisen?

 

ML: Die bereits angesprochenen Hürden werden über den neuen Ansatz nicht nur für die Mediator*innen sondern auch die Mediand*innen kleiner; der gesamte Ablauf der Mediation elastisch, entzerrt, und noch stärker an den Bedürfnissen der Konfliktparteien (Sicherheit im virtuellen Raum, Tiefen-Verständnis des Konfliktes, Tempo und Rhythmus der Mediation) ausgerichtet. Wir brechen den klassischen zwei Tagesblock einer Präsenzmediation in kleinere virtuelle Einheiten von 1-2 Stunden auf und verteilen diese über mehrere Tage bzw. Wochen.

Meiner Erfahrung nach nehmen alle diese Flexibilität gerne an. Zudem definieren wir in diesem Modell Erfolg etwas offener: bereits der gemeinsamen Mediation vorgeschaltete intensive Einzelgespräche zur Selbstreflexion können den Konfliktparteien eine große Hilfe und Klarheit geben, bevor die zwischenmenschlichen Aspekte mit der/den anderen Parteien geklärt werden. Und die Mediand*innen sehen in dieser Selbstklärung bereits einen wichtigen Erfolg für sich selber.

 

MM: Konflikte entstehen auch und vielleicht sogar umso mehr durch mehr oder weniger erzwungene physische Distanz, wie sie in global tätigen Unternehmen oder auch während der Corona-Pandemie schon normal ist. Online-Mediationen bieten eine sehr gute Gelegenheit, trotz anderer Rahmenbedingungen Konfliktparteien professionell zu begleiten und in der Klärung zu unterstützen.

Zeitlich versetzte Einzelgespräche mit allen Beteiligten vor der eigentlichen Mediation helfen dabei, die allparteiliche Rolle der Mediator*innen wiederholt zu verdeutlichen. Die Mediand*innen entwickeln in diesen anfänglichen Tagen oder Wochen Vertrauen in den Prozess und verstehen intensiver die Bedeutung der Selbstreflexion und -klärung, um sich der eigenen Themen bewusst zu werden.

 

CB: Was sind Shuttle-Gespräche und welchen Zweck haben sie?

 

ML: Shuttle-Gespräche nennen wir diese intensiven Einzel-Gespräche mit den jeweiligen Konfliktparteien. Die Mediator*innen pendeln wie ein Shuttle zwischen den Konfliktparteien mehrmals hin und her, noch bevor wir diese im weiteren Verlauf der Mediation zu gemeinsamen Gesprächen (wie wir es aus der klassischen Mediation kennen) einladen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass wir dabei nicht „schlechte“ Nachrichten hin- und her transportieren, sondern online versuchen, tieferen Rapport aufzubauen und die Konfliktpartei getrennt zu einer Selbstreflexion einzuladen.

In diesem Modell sind mir drei Grundgedanken wichtig: Learning, Exploring, Understanding.

  1. Zu lernen, was ein Konflikt mit mir selber zu tun hat (Einzel-Gespräche),
  2. dann zu erforschen, was der Konflikt mit allen Beteiligten zu tun hat (gemeinsame Gespräche)
  3. und letztlich zu verstehen, welche Optionen und Möglichkeiten ein Konflikt bietet (gemeinsam Lösungen erarbeiten).

Gerade der Aspekt „Lernen“ wird durch Einzel-Gespräche und unser „Shuttle“ nachhaltig unterstützt.

 

MM: Insbesondere bei eskalierten Konflikten, bei denen erst sehr spät eine Lösung mittels Mediation gesucht wird, bietet das Pendeln (Deutsch für „to shuttle“) zwischen den Beteiligten die Möglichkeit, erste Perspektiven über die Mediator*innen fast informell an die andere Partei zu übermitteln und darauf aufbauend eigene Sichten auf den Konflikt zu überdenken. Außerdem kann man in solchen Einzelgesprächen den Beteiligten gut vermitteln, wie die eigene Sicht in einem späteren gemeinsamen Gespräch möglichst klar und gleichzeitig gewaltfrei kommuniziert werden kann.

 

CB: Was würdet Ihr „Beginnern“ und allen, die Vorbehalte gegenüber Online-Mediationen haben, raten?

 

ML: Die Zusammenarbeit über verschiedene Standorte, Zeitzonen und das Arbeiten im Home Office bringt neue Konfliktsituationen hervor. Das geschieht in der virtuellen Welt. Es ist für mich nur natürlich, diese Konflikte dann auch online zu bearbeiten und zu klären, über das gleiche Medium sozusagen; dort, wo sie auch entstanden sind.

Ich hoffe, dass mit diesem neuen Modell viele Vorbehalte und Ängste verschwinden. Für mich sind Online-Mediationen dadurch weniger stressig, fast entspannt, elastisch von der zeitlichen Dauer und Intensität der Einheiten, zudem bei der Einzelklärung in die Tiefe gehend. Das gilt übrigens nicht nur für Online-Mediationen: Ich wende das neue Modell mittlerweile auch bei Präsenz-Mediationen an. Bitte probieren Sie es einmal aus und entscheiden Sie selbst.

 

MM: Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Konflikt von professioneller Begleitung im Sinne von Mediation bzw. Konfliktklärung profitiert. Das ist auch in unserer sich ausdehnenden Online-Welt nicht anders. Daher möchte ich an alle Menschen appellieren, denen sich die Gelegenheit bietet, sich bei ihren Konflikten online helfen zu lassen, diese Gelegenheit auch wahrzunehmen. Es mag ungewohnt sein, gleichzeitig kann man nur beurteilen, ob es für eine(n) selbst funktioniert, wenn man es ausprobiert.

Sehr viele von uns nutzen mittlerweile im Privatleben Sprach- und Video-Chat-Funktionen unterschiedlichster Anbieter. Dieser Schritt sollte uns dann in anderen Kontexten, wie im beruflichen Umfeld oder in Konfliktsituationen nicht mehr so schwerfallen, oder?

 

CB: Vielen Dank für eure inspirierenden Antworten!

 

Uns hat der Ansatz von Marc Leu so begeistert, dass wir ein Aufbauseminar für Mediator*innen anbieten, in dem Markus Meisl sein Wissen und seine Erfahrung weitergibt. Details & Anmeldung zur Online-Fortbildung „Online Mediation neu gedacht. Mit Shuttle-Gesprächen die Selbstklärung unterstützen“ finden Sie hier

 

 

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Aktuelles Mediation
news-329 Fri, 12 Feb 2021 12:15:18 +0100 Unsere Ausbilderlizenzen wurden verlängert http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/unsere-ausbilderlizenzen-ausbilderin-bm-wurden-verlaengert.html Wir freuen uns über die Verlängerung unserer Lizenzen als Ausbilderin BM®️ und Ausbilder BM®️ durch den Bundesverband Mediation bis 2026! Aus diesem Anlass haben wir in diesem Blogbeitrag die Voraussetzungen für die Lizenzierung durch den Bundesverband Mediation zusammengestellt. Wenn Sie diese anstreben, finden Sie hier einen kurzen Überblick. Die Lizenzierung als Ausbilder*in BM® ist für unsere Kund*innen einen Qualitätsversprechen und bedeutet, dass wir alle fünf Jahre den Nachweis bringen, dass wir weiter in der Praxis tätig sind – sowohl als Mediator*innen, als auch als Ausbilder*innen, an Ausbilder*innenkonferenzen teilnehmen und uns weiterbilden. Dies wurde formal und inhaltlich vom Bundesverband Mediation e.V. geprüft und uns aktuell bis 2026 bescheinigt.

Die Ausbildung bei Zweisicht erfüllt die Vorgaben des Bundesverbands Mediation e.V.

Der Vorteil für Sie als Teilnehmer*in unserer Mediationsausbildung besteht darin, dass unsere Ausbildung den Standards des BM e. V. entspricht und Sie damit bereits wichtige Voraussetzungen für die Lizenzierung als Mediator*in BM® erfüllen.

Welche Voraussetzungen müssen Sie für die Lizenzierung als Mediator*in BM® erbringen?

Sie können sich als Mediator*in BM® beim Bundesverband anerkennen lassen. Folgende Ausbildungsvoraussetzungen müssen Sie dafür erbringen:

  • Abschluss einer Mediationsausbildung mit mindestens 200 Präsenzstunden
  • 120 Stunden davon in einer festen Gruppe
  • Die Ausbildung muss durch anerkannte BM-Ausbilder*innen durchgeführt werden.
  • 120 Stunden der Ausbildung befassen sich mit den „Grundlagen der Mediation“.
  • Sie sollten Mediation in zwei Arbeitsbereichen kennen gelernt haben, z. B. Teammediation und Wirtschaftsmediation.
  • In unserer Ausbildung sind auch schon die benötigten 20 Stunden Intervision und 20 Stunden Supervision (Rolle, Persönlichkeitsentwicklung, Methoden) enthalten

Sie benötigen dann noch 10 Stunden Fallsupervision, 2 Stunden Fallsupervision sind ebenfalls Teil des Ausbildungspaketes.

Weitere Nachweise über die Mediationsausbildung hinaus sind:

Nach Abschluss der Mediationsausbildung müssen Sie für die Anerkennung als Mediator*in BM® fünf Mediationen durchgeführt haben, drei davon mit einer schriftlichen Vereinbarung und insgesamt 25 Stunden Arbeitszeit. Zu diesen Mediationen müssen Sie 10 Stunden Supervision nachweisen können. Alle Fälle dürfen nicht älter als fünf Jahre sein und zwei nicht älter als zwei Jahre. Diese Mediationen müssen nach einem Leitfaden dokumentiert werden. Außerdem müssen Sie nachweisen, dass Sie mit anderen Mediator*innen kollegial vernetzt sind.

Die Lizenzierung als Mediator BM® muss alle fünf Jahre verlängert werden.

Auch die Lizenzierung als Mediator*in BM ® ist auf fünf Jahre befristet. Nach Ablauf dieses Zeitraums können Sie eine Verlängerung beantragen. Dafür müssen Sie weitere fünf Mediationen dokumentieren. Diese müssen ebenfalls supervidiert werden. Außerdem wird eine regelmäßige Weiterbildung (50 Stunden) und Vernetzung erwartet.

Unser Qualitätsversprechen für die Mediationsausbildung bei Zweisicht

Wie Sie sehen, ist der Aufwand für die Lizenzierung nicht unerheblich. Wir haben dafür jedes Mal zwei Arbeitstage für die Falldokumentationen veranschlagt. Dazu kommt noch die Teilnahme an den jährlich stattfindenden Ausbilderkonferenzen. Doch der Aufwand ist es uns wert. Qualitätssicherung über den größten deutschen Mediatorenverband bedeutet für uns, nachvollziehbare Qualität für den Kunden in einem unübersichtlichen Markt.

  • Haben Sie Fragen zur Ausbildung in Wirtschaftsmediation bei Zweisicht? Nehmen Sie Kontakt auf.
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Aktuelles Mediation
news-298 Mon, 25 Jan 2021 10:20:00 +0100 Mediation und Kreativität. Wie passt das zusammen? http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/mediation-und-kreativitaet-wie-passt-das-zusammen.html Mediator*innen müssen in der Konfliktvermittlung kreativ und erfinderisch sein, um die Konfliktparteien zu unterstützen, aus eingefahrenen Mustern auszubrechen und ungewöhnliche Lösungen abseits von Positionen zu finden. Aber nicht in allen Phasen der Mediation ist es hilfreich, Kreativitätstechniken einzusetzen. Wann es wirklich wirklich zielführend ist, erfahren Sie in diesem Artikel. Sind Konflikte schon stark eskaliert, ist die Stressbelastung entsprechend hoch und das Konfliktverhalten wird durch einen engen Fokus – den sogenannten Tunnelblick – bestimmt. Mediation zeichnet sich dadurch aus, dass sie einen sicheren Rahmen schafft, in dem schwierige Themen zur Sprache kommen und benannt werden können.

Mediation führt zu kreativen Lösungen

Mediator*innen sorgen dafür, dass dieser Rahmen eingehalten wird. Sie führen die Konfliktparteien durch die fünf Phasen des Klärungsprozesses, die es den Konfliktparteien ermöglichen, sich nach und nach zu öffnen, sich gegenseitig verstehen und ihren Konflikt zu lösen.

Visualisierungen zu Beginn einer Mediation

Wenn wir zu Beginn einer Mediation Visualisierungen einsetzen, wie z. B. bei der Methode „Bilder malen” oder mittels Flipcharts, verstehen wir das weniger als Kreativitätstechnik. Visualisierungen können helfen, unbewusste Anteile von Konflikten mit den Mediand*innen zu erschließen oder andere Perspektiven einzunehmen.

Kreativitätstechniken in der Lösungsphase

Der Einsatz von Kreativitätstechniken ist erst in Phase 4 angebracht. In der „Lösungsphase” wollen wir mit den Mediand*innen von vorgefertigten Lösungen wegkommen und neue Ideen entwickeln.

Damit Kreativitätstechniken zielführend sind, braucht es eine entspannte und offene Atmosphäre. Die Teilnehmenden sollten bereit sein, miteinander ins Gespräch zu gehen und sich frei zu äußern. Hier hilft es, die Phantasie anzuregen und mit inneren Bildern zu arbeiten, um auf neue Gedanken zu kommen.

Mediation und Kreativität passen gut zusammen

Mediation und Kreativitätstechniken passen für uns gut zusammen und wir brauchen und nutzen unsere Kreativität auch in anderen Arbeitsbereichen und persönlich als Ausgleich. Jeder auf seine Weise.

 

So nutzen wir von Zweisicht unsere Kreativität:

 

Elke Schwertfeger, Geschäftsführerin von Zweisicht: Ganz im kreativen Arbeiten aufgehen kann ich beim Goldschmieden. Gestalterische Ideen umsetzen, mit technischen Herausforderungen konfrontiert sein, sie zu lösen und mich am Ergebnis freuen, das bringt mich in den kreativen Flow. Materialien über das Jahr zu sammeln, Ideen zu skizzieren, Kollagen im Ideenbuch festzuhalten und dann beim Tun es einfach fließen zu lassen, macht Freude und entspannt. Wenn das Ergebnis nicht immer so wird wie geplant, gehört das zum Kreativitätsprozess. Manchmal muss ich mit den Gegebenheiten des Materials mitgehen und loslassen und manchmal geht das Material mit mir mit. Das Schöne am Goldschmieden: Am Ende halte ich etwas in den Händen, dass ich anfassen kann und das sichtbar ist. 

 

Christian Bähner, Geschäftsführer von Zweisicht: In meinem Garten entfaltet sich meine Kreativität. Ich liebe meinen japanisch angelegten Garten, der das Wesen der Natur widerspiegeln soll. Mit Felssteinen, Bäumen und Sträuchern im Formschnitt sowie verschiedenen Pflanzen und Wasser habe ich eine Landschaft gestaltet. Die Farben der Pflanzen verändern sich ständig und sie blühen teilweise nur sehr kurz. Der Formschnitt ist jedes Jahr eine besondere Herausforderung, bei der ich von erfahrenen Gärtnern lerne. Der Blick auf den Garten schafft Freude, Ruhe und Harmonie – eine wichtige Voraussetzung, um meine eigene Kreativität immer wieder neu zu entdecken.

 

Anna Meißner, Assistenz der Geschäftsführung: In vielen alltäglichen Dingen lebe ich meine Kreativität. Ich liebe es, zu fotografieren, um einen bestimmte Atmosphäre einzufangen, beim Schreiben mit Worten zu jonglieren, meinen Freunden Kaffeespezialitäten zu kredenzen oder auch ein leckeres Essen mit dem zu zaubern, was ich gerade im Kühlschrank finde. Kreativ sein, bedeutet für mich, Schönes zu gestalten. Kreativ ist aber auch das Spiel mit meinem Hund, der Moment, in dem ich einem Impuls folgend mit ihm über das Feld renne und einfach den Moment genieße.

 

Corina Bastian, freie Mitarbeiterin von Zweisicht: Im Wald, abseits der Pfade, mit meiner kleinen Tochter ... wir sind freudig gespannt, alle unsere Sinne sind offen. Da! Der weich bemooste Stamm – ist das ein Zwergen-Balkon? Und die bunten Blätter am Boden - die Tellerchen der Waldmäuse? Ein Spinnennetz mit Tautropfen - das funkelnde Diadem der Elfenprinzessin? Es kracht im Unterholz ... wir finden ein krummes Stöckchen - bestimmt hat der böse Troll seine Pistole vergessen. Hunger? Lass uns Tannenzapfennudeln kochen! Es riecht appetitlich nass-erdig-frisch.Wir schaffen uns eine Welt, grad wie sie uns gefällt.

 

Wie nutzen Sie Ihre Kreativität? Setzen Sie bereits Visualierungen und Kreativitätstechniken in der Mediation ein? Zum Einstieg empfehlen wir dazu das Visualisierungstraining von Jörg Schmidt an der Zweisicht.Akademie.

 

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Mediation
news-328 Thu, 14 Jan 2021 11:49:45 +0100 Was tun, wenn Mitarbeitende sich nicht an die Corona-Regeln halten? http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/was-tun-wenn-mitarbeitende-sich-nicht-an-die-corona-regeln-halten.html In letzter Zeit häufen sich bei uns die Anfragen von Unternehmen zum Thema „Umsetzungsprobleme bei den Corona-Regeln im Unternehmen“. Lesen Sie hier unsere Empfehlungen zum Umgang mit Mitarbeitenden, die sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben halten. Mitarbeitende, die keine Maske tragen, die die Maske vergessen oder ein Attest bringen, die die Abstandsregeln bewusst ignorieren, die Verschwörungstheorien verbreiten: Das sind nur ein paar Beispiele für Konflikte in Teams und Organisationen, mit denen Unternehmen seit der Corona-Krise immer wieder zu tun haben.

Wenn Corona das Team spaltet.

Wenn Mitarbeitende sich nicht an den Hygieneplan halten oder Stimmung machen, belastet und gefährdet das Kolleg*innen und Führungskräfte. Endlose Diskussionen erschweren die Zusammenarbeit. Schlimmstenfalls kommt es zur Spaltung im Team.

Ein begleitetes Klärungsgespräch schafft einen konstruktiven Rahmen.

In diesen Fällen empfehlen wir ein begleitetes Klärungsgespräch mit der Führungskraft und dem Team. Ziel des moderierten Gesprächs ist ein Austausch zur Teamsituation in einem konstruktiven Rahmen. Dabei wird nicht die inhaltliche Diskussion geführt s.u. sondern die persönliche Belastung in den Vordergrund gestellt. Empathie für die Nöte der Einzelnen soll wieder Verbindung im Team und ein organisationales Commitment schaffen.

Corona-Regeln sind nicht verhandelbar!

Gleichzeitig sind die Corona-Regeln nicht verhandelbar. Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen sind gesetzlich verpflichtet die Vorgaben zum Gesundheits- und Arbeitsschutz im Unternehmen einzuhalten. Dieser Stand ist dementsprechend nicht ergebnisoffen und verhandelbar. Ein Austausch von Argumenten damit hinfällig. Arbeitgeber*innen haben eine Durchsetzungspflicht.

Mediation als Mittel der Wahl?

Wenn seitens der betroffenen Mitarbeitenden kein Commitment zu geltenden Gesetzen und internen Hygieneregeln gegeben wird, kann nur arbeitsrechtlich vorgegangen werden, hierbei fair vorzugehen ist dennoch möglich. Mediation als Methode kommt nicht in Frage. Wir wollen an dieser Stelle als Wirtschaftsmediator*innen nicht der Neutralität verpflichtet sein, da haben wir eine klare Meinung dazu.

  • Brauchen Sie Unterstützung bei der Klärung von innerbetrieblichen Konflikten? Wir beraten und begleiten Sie, Konflikte in Teams & Organisationen konstruktiv zu lösen. Nehmen Sie Kontakt auf!
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Aktuelles Mediation
news-327 Tue, 10 Nov 2020 12:13:31 +0100 Faire Führungskräfte leisten einen Beitrag zur Gesundheit der Beschäftigen http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/faire-fuehrungskraefte-leisten-einen-beitrag-zur-gesundheit-der-beschaeftigen.html In diesem Blogartikel gehen wir auf das Phänomen der gefühlten Gerechtigkeit näher ein und erklären anhand eines Praxisbeispiels, wie Führungskräfte mittels empathischer Kommunikation, das Gerechtigkeitsempfinden ihrer Mitarbeitenden fördern können. Dass Konflikte am Arbeitsplatz sich auch auf die Gesundheit der Beschäftigten auswirken können, macht der aktuelle Fehlzeiten-Report 2020, der vom Wissenschaftlichen Institut der AOKs herausgegeben wird, deutlich:
2500 Arbeitsnehmer*innen im Alter von 18-65 Jahren wurden zu ihrem Gerechtigkeitsempfinden am Arbeitsplatz befragt und die Auswirkungen auf die Gesundheit analysiert.

Ungerechte Behandlung führt zu mehr Fehltagen.

Beschäftigte, die sich ungerecht behandelt fühlen, kommen insgesamt auf mehr Krankheitstage. Die Gruppe der Arbeitnehmer*innen, die sich gerecht behandelt fühlen, kommt im Mittel auf 12,7 Fehltage pro Jahr. Im Gegensatz zu den durchschnittlich 15 Fehltagen der Gruppe, die ihre Führungskräfte als ungerecht bewerteten.

Mitarbeitende reagieren mit emotionalen Irritationen bis hin zu körperlichen Beschwerden.

Reaktionen auf ungerechte Behandlung können von emotionalen Irritationen bis hin zu psychosomatischen Beschwerden reichen. Mitarbeitende, die sich von ihrer Führungskraft ungerecht behandelt fühlen, nennen Gereiztheit, Wut, Ärger (23,3 %), Lustlosigkeit (21,2 %), Erschöpfung (19,7 %) oder Schlafstörungen (18,1%). Körperliche Beschwerden wie Rücken und Gelenkschmerzen (25,8%) oder Kopfschmerzen (10,2%) kommen ebenfalls häufiger vor.

Gesundheitliche Belastungen sind geringer, wenn fair geführt wird.

Helmut Schröder, der stellvertretende Leiter der WIdO und Mitherausgeber des Fehlzeitenreports schließt daraus: „Die gesundheitlichen Belastungen bei Beschäftigten mit einer als fair empfunden Führungskraft sind damit nur ein Viertel so hoch wie bei Beschäftigten mit einer als unfair empfundenen Führungskraft.“
Die empfundene Gerechtigkeit am Arbeitsplatz hängt also maßgeblich mit der Gesundheit von Beschäftigten zusammen. Je gerechter Mitarbeitende ihre Führungskraft und das Unternehmen bewerten, desto weniger gesundheitliche Belastungen und Fehlzeiten haben sie.

Das Gerechtigkeitsempfinden ist nicht objektiv.

Wenn es um Gerechtigkeit geht, dann denken viele zuerst an sachbezogenes Verhandeln und objektive faire Kriterien wie etwa nach dem Harvard Konzept. Das Ziel wäre dann das möglichst gleichmäßige objektive Befriedigen von unterschiedlichen Interessen. Die Zufriedenheit mit Ergebnissen oder Entscheidungen, hängt aber maßgeblich vom subjektivem Gerechtigkeitsempfinden ab.

Ein Beispiel für gefühlte Gerechtigkeit aus dem Gesundheitbereich

Die Pflegerin, Frau M., wurde von Kolleginnen dabei beobachtet, wie sie Desinfektionsmittel in ihre Tasche im Spind gesteckt hatte. Die Kolleginnen sind empört und sprechen die Stationsleitung an. Die Mitarbeiterin bekommt schriftlich eine Abmahnung aus der Personalabteilung. Der Stationsarzt und die Stationsleitung appellieren in einer kurzen Teambesprechung an alle, sich in diesen schwierigen Zeiten nicht selbst zu versorgen, sondern das Patientenwohl zu sehen. Frau M. ist sehr getroffen, sie sieht zwar, dass das Mitnehmen nicht in Ordnung war kann aber nicht verstehen, dass die Stationsleitung nicht persönlich mit ihr gesprochen hat. Das empfindet sie als feige und ungerecht. Sie ist schließlich schon lange dabei und ist eine der engagiertesten Kräfte. Die Abmahnung nimmt sie hin, das „Nichtsprechen“ ist für sie eine große Kränkung und Ungerechtigkeit. Hätte die Stationsleitung persönlich mit ihr gesprochen und ihr dabei die Abmahnung übergeben, wäre es ok. Die Stationsleitung empfindet dagegen ihr Handeln als sehr fair, es hätte schließlich auch andere Konsequenzen geben können.

Nur über einen empathischen Austausch lässt sich das subjektive Gerechtigkeitsempfinden erkunden.

Wie man an diesem Beispiel sehr gut sieht, kann das Bild zu Fairness, welches die Beteiligten haben, sich stark unterscheiden. Nur über einen persönlichen und empathischen Austausch lassen sich diese inneren Bilder erkunden und somit das Gerechtigkeitsbedürfnis befriedigen. Deshalb erweisen sich Kenntnisse in konstruktiver Kommunikation als äußert hilfreich. Damit können die dahinterliegenden subjektiven Maßstäbe für Gerechtigkeit herausgearbeitet werden, unterschiedliche Bedürfnisse werden klarer und Emotionen sichtbar. Es entstehen im besten Fall Vereinbarungen, die von allen akzeptiert werden, auch wenn sie rein objektiv betrachtet „ungerecht“ sind. Was zählt ist der „subjektive Gewinn“.

Empathische Führungskräfte können das Gerechtigkeitsempfinden fördern und damit einen Beitrag zur Gesundheit der Beschäftigen leisten.

Selbst in Situationen, in denen es um strukturelle Ungerechtigkeit geht, in der weder Führungskräfte noch die Mitarbeitenden direkt etwas verbessern können, kann Empathie das Empfinden von Gerechtigkeit fördern und damit einen Beitrag zur Gesundheit der Mitarbeitenden leisten.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine konstruktive Streitkultur entwickeln und „gerechte“ Ergebnisse in Verhandlungen mit Ihren Mitarbeitenden erzielen, so dass sie auch in kritischen Situationen motiviert zur Arbeit gehen.

  • Seminar für Führungskräfte „Wertschätzend & klar kommunizieren“ mit Elke Schwertfeger:
    Details & Anmeldung




*Quelle: Internetseite des AOK Bundesverbands


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Konfliktmanagement
news-295 Tue, 15 Sep 2020 10:51:00 +0200 Mit einfachen Visualisierungen Ihre Kunden begeistern – Interview mit Jörg Schmidt http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/mit-einfachen-visualisierungen-ihre-kunden-begeistern-interview-mit-joerg-schmidt.html Das Flipchart kann ein wundervolles Hilfsmittel sein, um in Mediation, Coaching oder Beratung Inhalte zu visualisieren. Wäre da nicht ein Problem: Sie denken, dass Sie nicht nicht malen können und kein Talent dafür haben. Dabei müssen Visualisierungen am Flipchart überhaupt nicht kompliziert sein. Jörg Schmidt macht in diesem kurzen Interview Mut zum (Ver-) Malen und erklärt, wie er in seinem Training ganz praktisch vorgeht. Jörg Schmidt war Mediator und Ausbilder für Mediation bis ihn das Visualisierungsfieber packte. Seit einigen Jahren arbeitet er nun schon als Visualisierungstrainer und Illustrator für Fachbücher. Sein Seminar „Einfach Visualisieren“ an der Zweisicht.Akademie in Freiburg erfreut sich jeder Jahr auf's Neue großer Beliebtheit. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er es jedes Mal wieder schafft, die Teilnehmer*innen für den Einsatz des Flipchart in Mediation, Coaching und Beratung zu begeistern. Für diesen Beitrag haben wir ein kurzes Interview mit ihm geführt.

Wie ist dein persönlicher Bezug zum Thema Mediation und wie kamst du dazu, Visualisierungsworkshops zu geben?

Seit 2001 bin ich Mediator und seit 2006 Ausbilder für Mediation. Eines Tages sprach mich ein Kunde an, dass ihm die Flipcharts so gut gefallen würden und diese gleichzeitig sehr hilfreich für den Prozess gewesen wären. Er fragte, ob ich eine Fortbildung für seine Mitarbeiter durchführen könne. Dieser 2-tägige Workshop machte so viel Spaß, dass ich daraufhin ein offenes Training anbot. Die Nachfrage und das Feedback war so überwältigend, dass viele weitere Termine folgten.

Welche Möglichkeiten eröffnen sich durch Visualisierung in Mediation, Coaching, Beratung?

  1. Visualisierung hilft, Ideen und Gedanken zu externalisieren und damit für den Coachee oder die Streitparteien zugänglich zu machen.
  2. Bilder können Denkmuster offenlegen oder Zusammenhänge beschreiben, Wechselwirkungen aufzeigen und somit zum Reflektieren und Dialog einladen.
  3. Visualisierungen beschreiben Fakten, um eine gemeinsame Grundlage zu schaffen und das Gesagte auf den Punkt bringen, stellen Emotionen und Gedanken dar und veranschaulichen innere Prozesse und Abläufe.
  4. Visualisierungen dokumentieren Beiträge, (Zwischen-)Ergebnisse und erhöhen das gegenseitige Verständnis entscheidend.
  5. Bilder unterstützen die Nachwirkzeit wesentlich deutlicher als Worte. Sie können mitgenommen oder abfotografiert werden und schaffen „handfeste Ergebnisse“.

Was ist die größte Hürde beim Visualisieren und wie hilfst du Seminarteilnehmern diese Hürde zu nehmen?

Über 90 % meiner Teilnehmer haben den Glaubenssatz "Ich kann nicht visualisieren". Daher besteht eine große Hürde darin, einfach anzufangen. Und dazu kommen noch die Fragen: „Wie geht das?” und „Wo und wie fange ich an?”.
„Einfach visualisieren” heißt auch „Einfach machen”. Die Teilnehmer visualisieren die meiste Zeit des Trainings an ihrem eigenen Flipchart. Dabei schauen sie bei mir Motive und Symbole in Schritt-für-Schritt-Anleitungen ab und entwickeln alsbald auch eigene Bilder.
Schon nach den ersten Übungen denken die Teilnehmer nicht mehr darüber nach, ob Sie es können. Sie machen es einfach. Sie lernen einfache und sehr wirkungsvolle Techniken und setzen diese um. Zunehmend gewinnen die Teilnehmer Sicherheit. Und am Ende des Tages stehen sie vor ihrer Flipchart und sagen: „Wow, ich kann´s ja doch - und es macht auch noch Spaß!”

Gibt es eine Erfolgsgeschichte eines Seminarteilnehmers, an die du dich gut erinnerst?

Nach dem Training bekomme ich oft die Rückmeldung, dass Teilnehmende das Gelernte in Beratungen oder Mediationen nicht nur einsetzen, sondern selbst positives Feedback von begeisterten Kunden bekommen. Das freut mich immer sehr und erfüllt eines der wichtigen Bedürfnisse eines Trainers, nämlich das nach Sinnhaftigkeit

 

Haben Sie jetzt Lust bekommen, es selbst einmal zu versuchen? Dann melden Sie sich zeitnah zum Seminar „Einfach visualisieren” an. Es findet nur einmal im Jahr in Freiburg statt. Die zehn Plätze sind erfahrungsgemäß schnell ausgebucht.


 Buchtipp:

 

Jörg Schmidt. Einfach visualisieren: Ein Praxistraining am Flipchart. Mit DVD. Junfermann Verlag 2016

 

 

 

 

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Mediation