Zweisicht. Bähner und Schwertfeger https://www.zweisicht.de/ Aktuelle Artikel zu Wirtschafts-Mediation und Ausbildung von Zweisicht.de en-gb Zweisicht. Bähner und Schwertfeger Thu, 18 Aug 2022 16:31:32 +0200 Thu, 18 Aug 2022 16:31:32 +0200 TYPO3 EXT:news news-352 Thu, 14 Jul 2022 15:58:14 +0200 Die Mediation als wertvolles Führungsinstrument – Interview mit Bea Schnarr http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/die-mediation-als-wertvolles-fuehrungsinstrument.html Dass die Mediation auch als wertvolles Führungsinstrument dient und die Karriere fördert, das zeigt unser Interview mit Bea Schnarr, Jahrgang 1985, Teilnehmerin der 13. Ausbildung in Wirtschaftsmediation 2014 an der Zweisicht.Akademie. Sie ist Director Digital Projects bei der BayWa r.e. AG, einem der weltweit erfolgreichsten Handels- und Dienstleistungsunternehmen im Bereich der erneuerbare Energien. 1. Was hat Dich dazu bewogen, die Ausbildung in Wirtschaftsmediation zu machen?

Eine ehemalige Teilnehmerin hat mir Zweisicht empfohlen. Ich war eigentlich auf der Suche nach „etwas“ zum Thema Change Managemet. Ihre Aussage war, dass die Zweisicht-Ausbildung ein guter Anfang ist, um mal zu sondieren, wo man ist und wo man hin will. Im Nachheinein war es ein elementarer Bestandteil meiner Führungskarriere.

2. Deine Ausbildung bei Zweisicht ist nun 8 Jahre her. Was ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?

Aktives Zuhören, Haltung und Wertschätzung. Und, dass es irgendwie am Ende immer drauf rausläuft dass sich jemand nicht gehört oder nicht wertgeschätzt fühlt. Als Teilnehmerin ist mir vor allem die Atmosphäre in Erinnerung geblieben. Hier wird gelebt, was der „Schulungsinhalt“ ist, vorgemacht, mitgenommen…

3. Hast Du Dich im Bereich Wirtschaftsmediation danach weiter spezialisiert?

Nicht wirklich. Ich wollte nie als Mediatorin arbeiten, das war mir schnell klar. Als Instrumente fürs Management war und ist die Ausbildung aber hervorragend. Einmal habe ich noch aufgrund einer beruflichen Konfliktsituation in einem meiner Teams eine Mediation extern begleiten lassen. Dabei habe ich in ein paar Gesprächen und zwei eindrucksvollen Tagen noch mal sehr viel gelernt. Und nicht nur ich, sondern alle Teilnehmenden.

4. Wie nutzt Du die Mediation heute?

Primär beruflich. Nicht nur, dass ich über aktives Zuhören meine Mitarbeitenden wirklich kennenlerne (was für mich der Hauptbestandteil meiner Führungsaufgabe ist) und daraus ableiten kann, wie ich ihn fördern und motivieren kann. Sondern ich erfahre auch mehr über das Problem hinter dem Problem, wenn es um Fachthemen geht. Ich habe noch so schön Christian im Kopf, wie er sagt „Daheim bin ich immer Teil des Konflikts, da hilft mir die Mediation auch nicht viel.“ Das ist bei mir dann doch ähnlich ;)

5. Was war bislang Dein größter Erfolg im Bereich Mediation?

Ich glaube die Situation, die wir in einer Mediation versucht haben zu lösen. Ein bisschen stolz bin ich schon auf das Feedback, früh genug erkannt zu haben, dass wir auf ein deutliches Problem zulaufen und nicht nur mich, sondern auch meinen Teamleiter dazu zu bringen, uns als Teil des Problems zu sehen und voll mit einzusteigen. Auch wenn wir die Situation am Ende nicht lösen konnten und das Team nicht wie erhofft am Ende in der Konstellation geblieben ist, haben wir alle riesig viel gelernt und werden viel davon sicherlich mit in zukünftige Situationen bringen. Auch ein bisschen stolz war ich übrigens in dieser „Konfliktbetreuung“ zu sehen welch wundervolle Menschen ich in meinem Team habe.

6. Welche Hürden siehst Du beim Einsatz der Mediation in Deinem Arbeitsfeld?

Zum einen kann man aus meiner Sicht als Führungskraft immer nur aktiv als Mediator*in eintreten, wenn man nicht betroffen ist. Also kommt man immer „fremd“ in eine andere Einheit. Das funktioniert meiner Ansicht nach nur, wenn das Thema Mediation im Unternehmen ein positiv belegtes Thema ist, das aktiv gelebt wird. Die Instrumente der Mediation sind aus meiner Sicht aber immer einsetzbar.

7. Welchen Tipp hast Du für frisch gebackene Mediator*innen?

Immer mit einem erfahrenen Mediator bzw. einer erfahrenen Mediatorin zusammen arbeiten! Sich entspannen, um gut zuhören und sich einfühlen zu können. Wissen wo die eigenen Grenzen sind.

8. Hast Du ein persönliches Motto oder Lieblingszitat zum Thema Konflikt, das Dich begleitet?

Nicht speziell zum Thema Konflikt. Aber allgemein. „Mach das Problem zur Aufgabe“. Das hat mir mein allererster Vorgesetzter mitgegeben. Ich glaube das passt auch zum Thema Konflikt. Nicht warten und zusehen, aktiv werden und das Thema angehen. Keine Angst vor dem Gespräch. Aussitzen hilft in der Regel nicht. Daher Mut zur Kommunikation, nur reden und gemeinsame Lösungen suchen hilft. Und wenn‘s alleine nicht geht mit einem guten Mediator oder einer guten Mediatorin, dem man vertraut. An den oder die kann man viel Last abgeben – jedenfalls ist das meine Erfahrung.


Vielen Dank für Deine Antworten, liebe Bea. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg!

 


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Ja, ich möchte mehr Informationen zur Ausbildung erhalten.

 

 

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Aktuelles Mediation in der Praxis - Mediatoren berichten
news-351 Mon, 27 Jun 2022 08:40:27 +0200 Best Practice Teammediation: So schaffen Sie eine neue Basis für die Zusammenarbeit http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/best-practice-teammediation-so-schaffen-sie-eine-neue-basis-fuer-die-zusammenarbeit.html Eine Teammediation setzt voraus, dass alle Beteiligten anwesend sind. Was aber tun, wenn die am Konflikt beteiligte Führungskraft das Unternehmen bereits verlassen hat und der alte Konflikt die Team-Performance beeinträchtigt? Christian Bähner vermittelt in diesem Beitrag, wie es ihm in diesem Fall dennoch gelang, den Konflikt zu bearbeiten und eine neue Basis für die Zusammenarbeit zu schaffen. Teamkonflikte sind in meinem Arbeitsalltag als Wirtschaftsmediator und Geschäftsführer von Zweisicht an der Tagesordnung. Diese Anfrage für eine Team-Mediation unterschied sich jedoch maßgeblich von anderen.

Diese Team-Mediation unterschied sich maßgeblich von anderen.

In der Auftragsklärung wurde mir berichtet, dass das Team bereits über einen längeren Zeitraum gut zusammengearbeitet hatte, als es verschiedenen organisatorische Veränderungen gab. Durch Missverständnisse und Ungereimtheiten in der Kommunikation entstand daraus ein Konflikt mit der zuständigen Führungskraft.

Die zuständige Führungskraft verließ das Unternehmen, ohne dass der Konflikt zuvor geklärt werden konnte.

Bevor es jedoch zu einer Klärung kommen konnte, wechselte die Führungskraft den Arbeitsbereich, wurde aus dem Team herausgenommen und verließ kurz darauf das Unternehmen. Als eine neue Führungskraft das Team übernahm, musste sie noch nach Monaten feststellen, dass der alte Teamkonflikt die Zusammenarbeit erschwerte.

Der Konflikt beeiträchtigte nach wie vor die Performance des ganzen Teams.

Das war die Ausgangslage für diese ungewöhnliche Teammediation und die Frage, die sich uns nun stellte, war: „Wie kann der Konflikt im Nachhinein und ohne die beteiligte Führungskraft bearbeitet werden?“

Den alten Verletzungen Raum geben und den „verpassten Abschied“ rituell nachholen

Die handlungsleitende Hypothese bei der methodischen Gestaltung war es, den alten Verletzungen Raum zu geben und den „verpassten Abschied“ von der alten Führungskraft rituell nachzuholen, um die Zusammenarbeit untereinander und mit der neuen Führungskraft in der Zukunft neu gestalten zu können.

Unser Standard bei Teammediationen: Betreuung durch zwei Mediator*innen

Bei komplexen Konfliktsituationen ist die Betreuung durch zwei Mediator*innen bei uns Standard. Viele Beteiligte, Themen, Geschichten und verletzte Gefühle wollen gehört und gewürdigt werden. Durch zwei Konfliktprofis geben wir dem ausreichend Raum und schaffen Sicherheit. Bei dieser Teammediation wurde ein zweitägiger Workshop geplant. Dafür arbeitet das Team am ersten Tag in der ursprünglichen Konstellation. Am zweiten Tag stieß dann die neue Führungskraft dazu.

„Stimmungskarten“ als Gesprächsöffner in der Teammediation

Zu Beginn war die Skepsis im Team groß, wie ohne die beteiligte Person zielführend gearbeitet werden kann. Postkarten mit unterschiedlichen Szenen, Landschaften, Gesichtern, sogenannte „Stimmungskarten“ dienten uns als Gesprächsöffner. Die eigene Stimmung lässt sich einfacher anhand eines Bildes erkennen und erklären. So wurden auch in dieser Gruppe erste Gedanken und Emotionen über dieses Medium zugänglich.

Mit „Bilder malen“ zur Themensammlung

Angesichts einer Teamgröße von mehr als zehn Personen sollten nun möglichst viele Perspektiven auf den Konflikt herausgearbeitet werden. Hier kam die Methode „Bilder malen“ aus der Klärungshilfe zum Einsatz. Wir wählten „Bilder malen“, da es ein intuitiv-assoziativer Zugang zu den Konfliktthemen ist, der viele Wahrnehmungsebenen anspricht.

Übrigens: In unserer Praxisbox „Konfliktklärung in Teams und Gruppen“ stellen wir diese Methode und viele weitere vor.

Malen als intuitiv-assoziativer Zugang zu den Konfliktthemen im Team

Zunächst durften sich Kleingruppen zu zweit oder dritt finden, Personen, die sich vertrauten und ähnliche Sichtweisen teilten. Die Gruppenbilder wurden anschließend im Plenum vorgestellt und daraus eine strukturierte Themensammlung erstellt.

Nach der Themensammlung: Die Themen im Team mit Abstand betrachten

Es ergaben sich aus der Darstellung mehrere Konfliktstränge: der Konflikt mit der alten Führungskraft, Konflikte zwischen den Mitarbeitenden und die veränderte Teamkultur als Folgen der Situation. Die Zusammenschau ermöglichte es, diese Themen mit Abstand zu betrachten.

Die Klärungsphase: Wie kann der Konflikt ohne die verursachende Person geklärt werden?

Nun bestand die Herausforderung, ohne die verursachende Person in die Klärungsphase zu gehen. Es brauchte also ein Forum, über die Situation zu sprechen, gehört und verstanden zu werden, auch wenn niemand eine Antwort geben konnte. Wir entschieden uns für die Methode „Gespräch am Lagerfeuer“ inspiriert durch das Buch „Circle. Die Kraft des Kreises“ (Affiliate Link zu Amazon).

Das Team entlasten beim „Gespräch am Lagerfeuer“

Die Gruppe wurde dazu aufgefordert den Platz zu wechseln und im Kreis auf den Boden zu sitzen. Die Mitte bildete eine Schale mit Süßigkeiten und wie an einem Lagerfeuer waren alle dazu eingeladen, reihum auszusprechen, was jetzt helfen könnte. Welches Bedürfnis möchte erfüllt werden? Mit dem Blick auf das imaginäre Lagerfeuer und vor sich hin sinnierend war es möglich, nochmal die schwierigen Punkte in den Blick zu nehmen und sich darüber selbst zu entlasten.

Den alten Konflikt mit der Führungskraft bei einem Abschiedsritual hinter sich lassen.

Sowohl beim „Bilder malen“ als auch beim „Gespräch am Lagerfeuer“ wurde deutlich, dass der größte Schmerz darin bestand, sich nicht von der alten Führungskraft verabschieden zu können. Diesem Bedürfnis wurde mittels eines Abschiedsrituals entsprochen, bei welchem nicht nur die alten Verletzungen, sondern auch Dankbarkeit gegenüber der alten Führungskraft zum Ausdruck gebracht werden konnten. Mit dem Abschiedsritual endete der erste Tag der Teammediation.

Die Grundlagen einer konstruktiven Zusammenarbeit im Team neu vereinbaren.

Am zweiten Tag ging es um die Konflikte innerhalb des Teams und es stellte sich schnell heraus, dass viele Missverständnisse aus den Spannungen heraus entstanden waren, die mit dem Weggang der alten Führungskraft zu tun hatten. Sie ließen sich aufgrund der Vorarbeit am vorangegangenen Tag nun gut klären. In der Folge wurde mit dem Team unter Einbeziehung der neuen Führungskraft eine neue Basis für die Zusammenarbeit vereinbart und konkret in gemeinsamen Spielregeln beschrieben.

Review der Teammediation nach sechs Monaten

Zu unserem Standardprozess einer Teammediation gehört, dass nach vier bis sechs Monaten ein weiterer Termin stattfindet, an dem die Beteiligten die Möglichkeit haben, zu reflektieren, wie es nach der Mediation weitergegangen ist, ob noch weitere Themen aufgetaucht sind und ob die Vereinbarungen sich in der Praxis bewährt haben.

Der Konflikt konnte nachhaltig gelöst werden und das Team fand zu seiner ursprünglich guten Zusammenarbeit zurück.

Im Follow-Up berichtete das Team, dass die Zusammenarbeit in den Monaten nach der Mediation gut funktioniert habe. Durch neue organisatorische Veränderungen hätten sich zwar neue Herausforderungen ergeben, die sie jedoch gemeinsam angehen und für sich lösen konnten. Mit dem Follow-Up-Termin war die Teammediation beendet. Der Konflikt konnte auch ohne Beisein der maßgeblich beteiligten Führungskraft nachhaltig gelöst werden und das Team wieder zu seiner einstmals guten Zusammenarbeit zurückfinden.

Fazit: Wenn wichtige Schlüsselpersonen im Konflikt nicht an der Lösung mitarbeiten können, ist es schwierig bis unmöglich ihn nachhaltig zu bearbeiten. Mein Ziel ist es deshalb, allen Beteiligten für die Mediation zu gewinnen. Ist dies nicht möglich, weil jemand aus dem Unternehmen ausgeschieden ist oder eine Klärung verweigert, braucht es kreative Zugänge, um Menschen bzw. Teams zu befrieden, damit sie wieder arbeitsfähig werden.

„Das Gespräch am Lagerfeuer“ – Anleitung als PDF

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Mediation
news-350 Mon, 30 May 2022 09:26:43 +0200 Ausbildung Wirtschaftsmediation: Das ist neu ab 2022 http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/ausbildung-wirtschaftsmediation-das-ist-neu-ab-2022.html In 2022 gibt es spannende Neuerungen im Bereich unserer Ausbildung in Wirtschaftsmediation. Erfahren Sie hier, wie wir auf die veränderten Anforderungen für Mediatorinnen und Mediatoren reagieren und die Ausbildungsstruktur entsprechend angepasst haben. Seit 2003 bieten wir die Ausbildung in Wirtschaftsmediation an der Zweisicht.Akademie in Freiburg an.
Seither gab es immer wieder Neuerungen, einerseits durch externe Vorgaben, wie die ZMediatAusbV oder die Standards des Bundesverbands MEDIATION und andererseits aufgrund eigener kontinuierlicher Evaluation.

Neue Anforderungen an die Wirtschaftsmediation in virtuellen Settings

In den letzten beiden Jahren haben sich neue Arbeitsanforderungen für Wirtschaftsmediatorinnen und Wirtschaftsmediatoren u.a. befördert durch die Corona-Pandemie ergeben. Mediationen im Unternehmensumfeld finden immer häufiger online statt, sei es, weil Mitarbeitende über mehrere Standorte verteilt arbeiten oder weil bestimmte Vorgaben ein Treffen vor Ort ausschließen.

Die Verordnung für den zertifizierten Mediator ist aktuell in der Diskussion.

Im Moment ist die Zertifizierungsverordnung zum Mediationsgesetz in der Diskussion. Voraussichtlich soll es nächstes Jahr eine Aktualisierung geben. Unter anderem ist geplant, dass das Thema „Online-Mediation“ mit zehn Stunden zukünftig in der Ausbildung enthalten sein muss. Wir finden das sinnvoll und haben unsere Ausbildungsstruktur bereits angepasst.

Das Thema „Online-Mediation“ ist zukünftig in unserer Mediationsausbildung enthalten.

Ab der 33. Ausbildung in Wirtschaftsmediation (Start: April 2022) vermitteln und üben wir in drei Online-Einheiten entsprechende Inhalte. Die Online-Einheiten sind in großen Teilen äquivalent zur Zertifikatsfortbildung „Mediation online neu gedacht. Mit Shuttle-Gesprächen die Selbstklärung unterstützen“ mit Markus Meisl, die wir seit Juni 2021 an der Zweisicht.Akademie anbieten. Sie erhalten am Ende der Ausbildung in Wirtschaftsmediation deshalb auch zusätzlich das Zertifikat „Online-Mediatorin“ bzw. „Online-Mediator“.

Am Ende der Ausbildung erhalten Sie zusätzlich das Zertifikat „Online-Mediatorin“ bzw. „Online-Mediator“.

Unser Ansatz in der Online-Mediation entspricht dem Modell von Marc Leu, der seit vielen Jahren als Wirtschaftsmediator im Ombudsoffice von SAP am Standort Japan tätig ist und weltweit bei betriebsinternen Konflikten vermittelt. Er hat sich ursprünglich an der Zweisicht.Akademie zum Wirtschaftsmediator ausbilden lassen. Darauf aufbauend hat er ein pragmatisches Modell für die Online-Mediation mit bis zu 4 Personen entwickelt und vielfach praktisch erprobt. Mittlerweile hat er Markus Meisl und weitere Kolleg*innen im firmeninternen Mediatorenpool bei der SAP sowie auch uns darin geschult.

Sie erlernen in der Ausbildung ein praxiserprobtes und erfolgreiches Modell der Online-Mediation.

Die Erfolgsquote der Mediationen, die mit sogenannten Shuttle-Gesprächen vorbereitet werden, ist überdurchschnittlich hoch. 2021 ist auch das Buch zum Mediationsmodell „Konfliktgeschichten“ (Affiliate-Link/Amazon), das Marc Leu zusammen mit Annie Meisl geschrieben hat, auf Englisch und Deutsch erschienen. Wir empfehlen es als vorbereitende Lektüre für die Ausbildung in Wirtschaftsmediation.

Neue Ausbildungsstruktur: Präsenzzeiten zeitlich entzerrt

Eine weitere Neuerung ist die Ausbildungsstruktur mit acht statt bisher sieben Präsenz-Modulen. Aufgrund vielfacher Rückmeldung von Teilnehmenden, die sich die Sonntage in Modul 5 und Modul 6 frei gewünscht haben (Bedürfnis nach Vereinbarkeit mit der Familie, Work-Life-Balance, Erholung), wird es ab sofort keine viertägigen Module mehr geben, dafür sieben mal drei Tage und ein zweitägiges Abschlussmodul.

Das ist bei uns Standard: Voraussetzungen für „zertifizierter Mediator“ und BM®-Lizenz erfüllt

Die Ausbildung umfasst insgesamt weiterhin 210 Zeitstunden und entspricht damit den Anforderungen von Mediationsgesetz, den Standards des Bundesverbands Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt und des Bundesverbandes Mediation e. V. Für Teilnehmende aus der Schweiz ist durch ein Abkommen die Anerkennung ebenfalls möglich.

Arbeit an Persönlichkeit und Haltung: Ihr persönliches Conflict Dynamics Profil®

Das eigene Konfliktverhalten und mögliche Fallstricke zu kennen, halten wir für grundlegend, um souverän im Konfliktfeld zu agieren. Daher beinhaltet unser Curriculum seit 2018 das Conflict Dynamics Profile® für alle Teilnehmenden. Dieses basiert auf einem normierten Test zur Diagnose von Konfliktverhalten und emotionaler Trigger. Elke Schwertfeger und Christian Bähner sind als Conflict Coach® in der Durchführung und Auswertung des CDP ausgebildet. Sie helfen Ihnen, anhand Ihres individuellen Profils Lernziele und Entwicklungsmaßnahmen für den proaktiven und konstruktiven Umgang mit Konflikten abzuleiten.

Der transformative Ansatz bei Zweisicht: Konflikte in der Tiefe klären, Beziehungen positiv verändern

Die Mediationsausbildung bei Zweisicht folgt dem transformativen Ansatz. Wir vermitteln Ihnen, wie Sie Konflikte auf der Beziehungsebene konstruktiv klären. Sie lernen, wertschätzend und klar zu kommunizieren und ihren Mitmenschen auch im Konfliktfall mit Mitgefühl zu begegnen. Wir fördern die Emotionale Kompetenz unserer Ausbildungsteilnehmenden u.a. durch die Arbeit mit dem Gefühlsmonster-Kartenset (im Ausbildungspreis inklusive).

Breites, vielfach bewährtes Methodenrepertoire: Praxisbox Mediation in Gruppen und Teams

Neben einem umfangreichen Ausbildungsordner (in Papierform und digital) mit Teilnehmerunterlagen zu den theoretischen Grundlagen und den Fotoprotokollen zu jedem Modul (digital) erhalten Sie das Standardwerk für die Mediation die „Praxisbox Konfliktklärung in Teams & Gruppen: Praktische Anleitung und Methoden zur Mediation in Gruppen“ von Christian Bähner, Monika Oboth, Jörg Schmidt, Stephan Ulrich, das Sie schon während der Ausbildung einsetzen werden.

Konflikte in Unternehmen produktiv nutzen: innerbetriebliches Konfliktmanagement und Aufbau Mediatorenpool

Der Schwerpunkt der Ausbildung in Wirtschaftsmediation bei Zweisicht liegt durchgängig auf „Konflikte in Teams und Organisationen konstruktiv lösen“. Dabei geht es um Konflikte auf allen Ebenen und insbesondere auch darum, wie man innerbetriebliche Konflikte systematisch bearbeiten und produktiv nutzen kann. In Modul 6 lässt unser Gastdozent Jürgen Briem Sie an seiner Expertise bei der praktischen Einführung und Aufbau von Mediatorenpool und Implementierung von Konfliktmanagementsystemen teilhaben. Er war u.a. zehn Jahre Leiter des Mediatorenpools bei der SAP in Walldorf.

Unsere Zielgruppe: Fach- und Führungskräfte, Selbstständige und Freiberufler

Sie arbeiten in Unternehmen oder mit Unternehmen und wollen die Konflikt-Kultur respektvoll und fair (mit-)gestalten? Dann sind Sie bei uns richtig. In der Ausbildung treffen Sie Kolleginnen und Kollegen aus Wirtschaftsunternehmen, dem Öffentlichen Dienst und sozialen Einrichtung in unterschiedlichen Funktionen von der Kundenbetreuung über Projektleitung, Personalverantwortliche, Betriebsräte bis hin zur Geschäftsführung. Daneben richtet sich die Ausbildung auch an selbstständige Berater, Coachs und Trainer aus dem Bereich der Personal- und Organisationsentwicklung (New Work).

Durchgängige, konstante Ausbildungsgruppe ermöglicht intensives Kennenlernen und Netzwerkaufbau

Wir schätzen eine durchgängige und konstante Ausbildungsgruppe von maximal 18 Teilnehmenden. Dies ermöglicht Ihnen ein intensives Kennenlernen und den Aufbau eines gewinnbringenden beruflichen Netzwerks. Auch nach der Ausbildung bleiben unsere Teilnehmenden im persönlichen Kontakt. Diese Intervisionsgruppe trifft sich seit nun mehr als 10 Jahren!

Wir unterstützen die ersten Schritte in die Praxis.

In der Ausbildung bieten wir eine Mediationsbörse zur Vermittlung von niederschwelligen Mediationsfällen auf Gegenseitigkeit. Dadurch können Sie schon während der Ausbildung 1-3 reale Fälle in Co-Mediation durchführen. Die erste Fallsupervision zur Reflexion Ihrer praktischen Erfahrungen ist im Ausbildungspreis inklusive.

Das Besondere an der Ausbildung bei Zweisicht: Von zwei (!) erfahrenen Wirtschaftsmediator*innen lernen

Elke Schwertfeger und Christian Bähner geben in ihrer Ausbildung in Wirtschaftsmediation ihr Wissen aus mittlerweile mehr als 20 Jahren Berufspraxis im Bereich Wirtschaftsmediation und Konfliktmanagement weiter. Während der gesamten Ausbildung werden Sie von beiden begleitet und profitieren von ihrem großen Erfahrungsschatz, u.a. echte Fall- und Anwendungsbeispiele und ein persönliches Feedbackgespräch.

 

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Mediation
news-349 Fri, 20 May 2022 12:22:19 +0200 Warum wir unsere Flipcharts lieben http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/warum-wir-unsere-flipcharts-lieben.html Immer wieder werden wir in Inhouse-Trainings und in der Mediationsausbildung auf unsere Flipcharts angesprochen: „Warum präsentiert Ihr mit und am Flipchart?“ Tatsächlich ist das eines unserer Markenzeichen und Elke Schwertfeger, Geschäftsführerin bei Zweisicht, steht in diesem Beitrag Rede und Antwort, warum wir unsere Flipcharts lieben. Ich bin ein technikaffiner Mensch und eine Perfektionistin. Moderne Medien finde ich spannend und ich mag es am Puls der Zeit zu bleiben. In den Anfängen meiner Trainertätigkeit war ich begeistert von den Möglichkeiten von PowerPoint. Audio, Video, Bilder alles kombinierbar und sinnvoll eingesetzt sehr unterhaltsam. Flipcharts waren aus meiner Perspektive unprofessionell, oft unleserlich und langweilig. 

Flipcharts: unprofessionell, unleserlich und langweilig – von wegen!

Ich lernte durch unseren Visualisierungstrainer Jörg Schmidt, Flipcharts zu gestalten. Da kommt meine perfektionistische Ader ins Spiel. Zeichnen kann ich nicht (perfekt). Dabei entdeckte ich, dass gerade unperfekte Flipcharts persönlich sind und Nähe schaffen. 

Flipcharts sind herrlich (un)perfekt. 

Eine persönliche Beziehung zu den Teilnehmenden ist mir wichtig, Medien stehlen mir dabei schnell die Aufmerksamkeit und gehen zu Lasten des Kontaktes. Stehe ich am Flipchart bleibe ich mehr im Kontakt. Meine Flipcharts unterstützen die Beziehung zu den Teilnehmenden. Mit meinem Flipchart bin ich immer nah dran an den Menschen. 

Flipcharts sind nah dran an den Menschen. 

In den Trainings stehe ich im Mittelpunkt als Botschafterin meines Themas. Ich vermittle, unterhalte, mache nachdenklich, erzeuge Emotionen und Aha-Momente. Die Aufmerksamkeit liegt bei mir, das Flipchart unterstützt den Vortrag. 

Visualisieren am Flipchart bietet so viel kreative Möglichkeiten. 

Für meine Konfliktmanagement-Trainings habe ich immer einen Satz Flipcharts vorbereitet und ergänze diesen jeweils individuell, je nach Programm. Die Fotoprotokolle für unsere Kunden unterscheiden sich daher, sind nicht von der Stange, sondern - wie die Trainings auch - sehr genau zugeschnitten. 

Flipcharts können mittlerweile am PC erstellt und gedruckt werden. 

Das war vor noch nicht allzu langer Zeit ein erheblicher Aufwand, die Flipcharts regelmäßig zu erneuern oder zu erweitern. Schließlich wurden sie von uns händisch erstellt. Heute entwerfen wir unsere Flipcharts am Computer. 

Flipcharts können in digitale Präsentationen umgewandelt werden. 

Sie werden im Textprogramm geschrieben, durch eingescannte, eigene Zeichnungen ergänzt und dann gedruckt. Benötige ich bei großem Publikum andere Präsentationsmedien, habe ich die Flipcharts schon digital und verwandle sie einfach in eine Präsentation. 

Flipcharts sind stilecht. 

Wir verbinden so technische Herstellung (was wirtschaftlicher ist) und händische Machart (was uns persönlich auszeichnet). So haben wir bei Zweisicht unseren Stil gefunden.

Visualisierungstraining bei Zweisicht

Jörg Schmidt bietet sein Visualisierungstraining auch regelmäßig an der Zweisicht.Akademie in Freiburg an. Lernen Sie, wie Sie mit Flipchart und Marker einfach visualisieren und Ihren Präsentationen damit einen individuellen Stil verleihen. Jetzt informieren und Platz sichern!


 

Die wichtisten Visualisierungsregeln als PDF

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Konfliktmanagement
news-348 Mon, 16 May 2022 10:32:45 +0200 Mediation in der Praxis - Interview mit Christine Kirchner http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/mediation-in-der-praxis-interview-mit-christine-kirchner.html In unserer Reihe „Mediation in der Praxis“ erhalten Sie spannende Einblicke in verschiedene Anwendungsbereiche der Wirtschaftsmediation. Für diesen Beitrag haben wir ein Interview mit Christine Kirchner geführt, Teilnehmerin der 30. Ausbildung in Wirtschaftsmediation bei Zweisicht (2020/2021). Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre und einem Master in Personalentwicklung hat sie sich 2004 als Coach im Bereich der Organisationsentwicklung selbstständig gemacht. 1.    Was hat Dich dazu bewogen, die Ausbildung in Wirtschaftsmediation zu machen?

Im Grunde hatte ich schon oft mit der Ausbildung in Wirtschaftsmediation geliebäugelt; Konflikte interessieren mich von jeher. Das hat zum einen mit meiner familiären Prägung zu tun. Bei uns war es einfach üblich, dass Unstimmigkeiten angesprochen wurden und ein Bemühen um Lösungen alle anging. Zum anderen wuchs ich in einer Zeit auf, in der die Friedensbewegung in den Medien sehr präsent war. Kommunikationsprozesse interessieren mich also grundsätzlich sehr. Auch in der Supervision, im Coaching oder in der Organisationsentwicklung sind diese elementar. Interessanterweise nahmen nach meiner Beobachtung die Konfliktdynamiken bei meinen Kunden zu. Gesellschaftlich hat sich meines Erachtens einiges verändert im Umgang miteinander. Das wurde noch befördert durch Corona. Die Spaltung und die Erfahrungen aus der Pandemie machen sich aus meiner Sicht im Ton, in der Haltung und in der Streitkultur bemerkbar. Aber schon vorher habe ich in den Auftragsklärungen Veränderungen wahrgenommen. Auf jeden Fall wollte ich noch besseres Handwerkszeug und auch mehr Hintergrundwissen zum Umgang mit diesen Anfragen bekommen. Einer Kollegin ging es ähnlich, so dass wir uns gemeinsam zur Mediationsausbildung angemeldet haben. 

2.    Was ist Dir aus der Ausbildung in Wirtschaftsmediation besonders in Erinnerung geblieben?

Unsere gesamte Ausbildung hat aufgrund der Pandemie online stattgefunden, was anfangs gewöhnungsbedürftig war, dann aber schnell normal. Ich fand sehr eindrücklich, wie die Gruppe zusammengewachsen ist und wie wertschätzend der Umgang miteinander war – trotz aller Eigenheiten und Herausforderungen, denen wir uns ja auch thematisch zu stellen hatten. Das haben Elke und Christian sehr souverän angeleitet und vorgelebt. Und insgesamt muss ich sagen, dass die Ausbildung immer noch nachwirkt. Das heißt, dass sie meine Sicht auf Menschen sehr verändert hat, was ich im Alltag sowohl im Verständnis für andere aber auch in einem wohlwollenderen Umgang mit mir selbst wahrnehme. Das ist auf jeden Fall bereichernd und sinnstiftend. Und ich habe einen sehr guten, neuen Kollegen kennen gelernt, mit dem ich heute zusammen arbeite und mit dem sich sogar eine Freundschaft entwickelt hat. Die Beziehung zu meiner Kollegin, mit der ich gemeinsam begonnen habe, hat sich vertieft. Wir haben auch eine Intervisionsgruppe, die sich weiterhin regelmäßig trifft. 

3.    In welchem Praxisfeld kommt die Wirtschaftsmediation bei Dir zum Einsatz? 

Ich bin selbstständige Beraterin und arbeite viel mit bundesweiten Patientenverbänden. Hier haben Konflikte aus unterschiedlichen Gründen zugenommen und ich kann mein neu erworbenes Wissen sehr gut anwenden. Daneben habe ich unterschiedlichste Anfragen für Mediationen zum Beispiel Nachbarschaftsstreitigkeiten und Familien, die sich wieder unbeschwerter und offener begegnen möchten, was mich sehr freut. Im Grunde ist es vor allem der soziale Sektor, den ich berate.

4.    Wie nutzt Du Ausbildungsinhalte persönlich?

Durch die Ausbildung habe ich erkannt, dass ich – sofern ich selbst verwoben bin – meine Bedürfnisse und Interessen klar formulieren muss. Als Beraterin ist man ja auch im privaten Umfeld nicht selten sehr auf die anderen ausgerichtet. Gegenseitiges Verständnis ensteht eben nur, wenn beide Seiten offen sind und das möglichst konstruktiv formulieren können. 

5.    Was war bislang Dein größter Erfolg im Bereich Mediation? 

Schwierige Frage, denn da wäre ja erst einmal zu klären, was ich als Erfolg definiere. Ich freue mich immer schon sehr, wenn diejenigen, die sich vorher nicht vorstellen konnten, nochmals miteinander zu reden, das dann wieder tun. Oder wenn eine Kündigung, die vorher als einziger Ausweg angesehen wird, dann gar kein Thema mehr ist. Menschen, die Mühe haben, sich zu öffnen und die das dann doch tun, das fasziniert ich unglaublich. Ein veränderter Umgang miteinander, der sich auch gesundheitlich bei den Beteiligten bemerkbar macht. Familien, die versuchen Vergangenes zu bewältigen und neue Wege finden wollen. Das sind alles Erfolge, bei denen es mir schwer fällt, eine Rangfolge zu bilden. 

Aus meiner Perspektive als Organisationentwicklerin ist es ein großer Erfolg gewesen, den ich mit meiner Kollegin zusammen erfahren durfte, als es um 10 Verbände ging, die so zerstritten waren, dass sie starke Zweifel hatten, ob ihre Verbundenheit unter einem gemeinsamen Dachverband noch sinnvoll ist. In einem umfassenden Prozess mit Mediation und Organisationsentwicklung ist es gelungen, die Vergangenheit abzuschließen, neue Strukturen und Umgangsformen zu entwickeln und zu etablieren. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Wir sind jetzt dabei, noch ein passendes Konfliktmanagement-System zu erarbeiten. 

6.    Welche Hürden siehst Du beim Einsatz der Mediation in Deinem Arbeitsfeld? 

Interessanterweise erlebe ich auf Seiten der Kunden keine zu großen Berührungsängste, im Sinne von Abwehr. Es ist allerdings so, dass vorab die Anstrengungen unterschätzt werden, die die Beteiligten solch ein Prozess - zumindest in den ersten Phasen - kostet. Und ich würde auch von den Herausforderungen sprechen, die ich dabei erlebe. Ich merke, dass jede Mediation anders ist, viel Aufmerksamkeit braucht – von der Auftragsklärung bis zum Abschluß oder Follow-Up. Es ist also wichtig zu prüfen, wie viele Ressourcen ich oder auch meine Kolleg*innen aktuell haben, um dauerhaft einen guten Job machen zu können. 

7.    Welchen Tipp hast Du für frisch gebackene Mediator*innen? 

Klingt banal, ist aber grundlegend und so wichtig: mediieren, wenn es geht! Und vor allem die Stressdynamik der Kund*innen, die sich manchmal bei uns ablädt, nicht persönlich nehmen.

8.    Hast Du ein persönliches Motto oder Lieblingszitat zum Thema Konflikt, das Dich begleitet? 

Es gibt da vieles, was ich hilfreich finde, vor allem Zitate von Marshall Rosenberg sind ja hoch gerankt in der Szene, wie zum Beispiel „Willst du recht haben oder glücklich sein?!“ Diese Sätze von Elke und Christian finde ich für meine Kund*innen zentral:

  • „Verstehen heißt nicht einverstanden sein“
  • „Bedürfnisse sind nicht verhandelbar“
  • „Wir sind nicht im Zeichen der Harmonie unterwegs, sondern im Zeichen der Klarheit.“ 

Vielen Dank, liebe Christine, für Deine persönlichen Antworten und Sichtweisen.

 

Mehr über die Arbeit von Christine Kirchner, Organisationsentwicklerin und Coach, finden Sie im Web unter:

 

 

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Mediation
news-347 Thu, 14 Apr 2022 15:36:00 +0200 YouTube-Video mit Prof. Friedrich Glasl: Konfliktdynamik und Friedenschancen in der Ukraine http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/youtube-video-mit-prof-friedrich-glasl-konfliktdynamik-und-friedenschancen-in-der-ukraine.html Im März 2022 fand ein vielbeachteter Online-Vortrag des renommierten Konfliktforschers Prof. Friedrich Glasl anlässlich des Kriegs in der Ukraine statt. Auf Wunsch der Teilnehmenden hat Glasl daraufhin einen offenen Brief an die Politik verfasst. Wir haben Ihnen die Videoaufzeichnung zum Vortrag und den Brief in diesem Beitrag verlinkt. Am Online-Vortrag „Konfliktdynamik und Friedenschancen in der Ukraine – Was können wir zum Frieden und zur De-Eskalation beitragen“ von Glasl am 24. März 2022 haben laut Veranstalter 1700 Mediator*innen teilgenommen. Auch wir waren dabei und haben diese Gelegenheit genutzt, um mehr über die Konflikthintergründe, Entwicklungen und Lösungsansätze für die Ukraine und Russland zu erfahren und was wir als Mediator*innen dazu beitragen können.

Online-Vortrag: „Konfliktdynamik und Friedenschancen“ von Prof. Friedrich Glasl

Aufgrund des großen Interesses haben die Veranstalter eine Aufzeichnung des Vortrags auf YouTube veröffentlicht. Wir verlinken Ihnen das Video in unserem Blog, da wir die Inhalte für Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Ausbildung in Wirtschaftsmediation und für alle an einer kooperativen Konflikt-Kultur interessierte Menschen für bedeutend halten.

Die neun Eskalationsstufen nach Glasl treten bei allen Konfliktarten auf.

Glasl ist bekannt für sein Modell der neun Eskalationsstufen, die bei mikro- und makrosoziologischen Konflikten in analogen Formen auftreten. In seinem zweistündigen Vortrag stellte er dar, wie er die Situation einschätzt und welche Impulse und Haltungen von außen nötig sind – auch in unserem eigenen Denken und Verhalten gegenüber der Ukraine und Russland.

Was können wir zum Frieden und zur De-Eskalation beitragen?

Aus dem Vortrag nehmen wir insbesondere mit:

  • dass durch de-eskalierende Vorleistungen entstandene Spannungen ernsthaft reduziert werden können.
  • dass Menschen aus Russland nicht per se ausgeschlossen werden dürfen und bei kulturellen Anlässen, die Freiheit von Kunst, Religion und Wissenschaft gewahrt werden muss.
  • dass Menschen eines Volkes bewusst nicht als Feinde behandelt werden sollen, sondern in den Diskurs über Grundwerte und gewaltfreie Konfliktlösung miteinbezogen werden sollen.
  • dass es dem Frieden mehr dient, Lösungsperspektiven mit der politischen und zivilgesellschaftlichen Ebene beider Länder zu erzeugen, anstatt eine affektgesteuerte Eskalationsdynamik und psychologische Dämonisierung voranzutreiben.

Ein offener Brief des Konfliktforschers Prof. Friedrich Glasl an die Politik

Nach dem Vortrag wurde seitens der Teilnehmenden der Wunsch laut, Glasl möge einen offenen Brief an die Politik mit den Kernsätzen seiner Aussagen für Versöhnung, Abrüstung und Frieden verfassen. Dieser Brief kann an Politikerinnen und Politiker weitergegeben werden. Sie können ihn gerne an Ihnen bekannte Stellen weiterleiten: Link zum Aufruf an die Politik

Videoaufzeichnung des Vortrags und Bitte um Spenden

Das Video steht auf YouTube kostenfrei zur Verfügung. Die Veranstalter Trigon Entwicklungberatung und Bundesverband Mediation e.V. bitten um Spenden zur Unterstützung der „Ärzte ohne Grenzen”. Diese Organisation leistet sowohl in der Ukraine als auch in Russland medizinische Hilfe und organisiert lebenswichtige Hilfsgüter für die Geflüchteten an den ukrainischen Grenzen.

Wenn Sie sich den Vortrag ansehen und dafür etwas spenden möchten, überweisen Sie Ihre Spende mit dem Verwendungszweck „Trigon“ auf folgendes Konto:

Konto-Inhaber: Ärzte ohne Grenzen e.V.
Verwendungszweck: Trigon
IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00
SWIFT-BIC: BFSWDE33XXX

Die Nennung des Verwendungszwecks sorgt für die Verwendung Ihrer Spende als Hilfe für die von diesem Krieg und Flucht betroffenen Regionen. Ihre Spendenbescheinigung erhalten Sie direkt von „Ärzte ohne Grenzen“.

 

 

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Mediation
news-295 Mon, 11 Apr 2022 08:50:00 +0200 Wie Sie mit einfachen Visualisierungen Ihre Kunden begeistern – Interview mit Jörg Schmidt http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/wie-sie-mit-einfachen-visualisierungen-ihre-kunden-begeistern-interview-mit-joerg-schmidt.html Das Flipchart könnte so ein tolles Hilfsmittel sein, um in Mediation, Coaching oder Beratung Inhalte zu visualisieren. Wäre da nicht ein Problem: Sie denken, Sie können nicht malen und dass Sie kein Talent dafür haben? Dabei müssen Visualisierungen am Flipchart überhaupt nicht kompliziert sein. Jörg Schmidt zeigt, wie es ganz einfach geht und macht in diesem Interview Mut zum (Ver-) Malen. Jörg Schmidt war Mediator und Ausbilder für Mediation bis ihn das Visualisierungsfieber packte. Seit einigen Jahren arbeitet er nun schon als Visualisierungstrainer und Illustrator für Fachbücher. Sein Seminar „Einfach Visualisieren“ an der Zweisicht.Akademie in Freiburg erfreut sich jeder Jahr auf's Neue großer Beliebtheit.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass er es jedes Mal wieder schafft, die Teilnehmenden für den Einsatz des Flipcharts in Mediation, Coaching und Beratung zu begeistern. Für diesen Beitrag haben wir ein kurzes Interview mit ihm geführt.

Wie kamst du dazu, Visualisierungstrainings zu geben?

Seit 2001 bin ich Mediator und seit 2006 Ausbilder für Mediation. Eines Tages sprach mich ein Kunde an, dass ihm die Flipcharts so gut gefallen haben und dass diese sehr hilfreich für den Prozess gewesen sind. Er fragte, ob ich eine Fortbildung für seine Mitarbeitenden durchführen könnte. Dieser 2-tägige Workshop machte so viel Spaß, dass ich daraufhin ein offenes Training anbot. Die Nachfrage und das Feedback war so überwältigend, dass viele weitere Termine folgten.

Welche Möglichkeiten eröffnen sich durch Visualisierungen in Mediation, Coaching, Beratung?

  1. Visualisierungen helfen, Ideen und Gedanken zu externalisieren und damit für den Coachee oder die Streitparteien zugänglich zu machen.
  2. Bilder können Denkmuster offenlegen oder Zusammenhänge beschreiben, Wechselwirkungen aufzeigen und somit zum Reflektieren und Dialog einladen.
  3. Visualisierungen beschreiben Fakten, um eine gemeinsame Grundlage zu schaffen und das Gesagte auf den Punkt bringen, stellen Emotionen und Gedanken dar und veranschaulichen innere Prozesse und Abläufe.
  4. Visualisierungen dokumentieren Beiträge, (Zwischen-)Ergebnisse und erhöhen das gegenseitige Verständnis entscheidend.
  5. Bilder unterstützen die Nachwirkzeit wesentlich besser als Worte. Sie können mitgenommen oder abfotografiert werden und schaffen „handfeste Ergebnisse“.

Was ist die größte Hürde beim Visualisieren und wie hilfst du im Seminar diese Hürde zu nehmen?

Über 90 % meiner Teilnehmenden haben den Glaubenssatz "Ich kann nicht visualisieren". Daher besteht eine große Hürde darin, einfach anzufangen. Und dazu kommen noch die Fragen: „Wie geht das?” und „Wo und wie fange ich an?”.


„Einfach visualisieren” heißt auch „Einfach machen”. Die Teilnehmenden visualisieren die meiste Zeit des Trainings an ihrem eigenen Flipchart. Dabei schauen sie bei mir Motive und Symbole in Schritt-für-Schritt-Anleitungen ab und entwickeln alsbald auch eigene Bilder.


Schon nach den ersten Übungen denken die Teilnehmer nicht mehr darüber nach, ob Sie es können. Sie machen es einfach. Sie lernen einfache und sehr wirkungsvolle Techniken und setzen diese um. Zunehmend gewinnen sie Sicherheit. Und am Ende des Tages stehen sie vor ihrer Flipchart und sagen: „Wow, ich kann´s ja doch - und es macht auch noch Spaß!”

Gibt es eine Erfolgsgeschichte aus demVisualsierungstraining, an die du dich gut erinnerst?

Nach dem Training bekomme ich oft die Rückmeldung, dass Teilnehmende das Gelernte in Beratungen oder Mediationen nicht nur einsetzen, sondern selbst positives Feedback von begeisterten Kunden bekommen. Das freut mich immer sehr und erfüllt eines der wichtigen Bedürfnisse eines Trainers, nämlich das nach Sinnhaftigkeit.

 

Haben Sie jetzt Lust bekommen, es selbst einmal zu versuchen? Dann melden Sie sich zum Seminar „Einfach visualisieren” an.


 Buchtipp:

 

Jörg Schmidt. Einfach visualisieren: Ein Praxistraining am Flipchart. Mit DVD. Junfermann Verlag 2016

 

 

 

 

*Affiliate-Link: Sie werden zu Amazon.de weitergeleitet. Wenn Sie über diesen Link bestellen, bekommen wir eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht. 

 

 

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Mediation
news-344 Wed, 02 Mar 2022 12:10:44 +0100 Was ist der Unterschied zwischen Positiver Psychologie und Positivem Denken? http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/was-ist-der-unterschied-zwischen-positiver-psychologie-und-positivem-denken.html Zwischen Positiver Psychologie und dem sogenannten „Positiven Denken“ liegen große Unterschiede. Dennoch werden die Begriffe häufig in einem Atemzug genannt. In diesem Beitrag grenzen wir ab und stellen heraus, warum wir „Positives Denken“ ablehnen. Im Alltag erleben wir immer wieder eine kritische Distanz zur Positiven Psychologie, insbesondere wenn sie gleichgesetzt oder verwechselt wird mit dem „Positiven Denken“. Doch was genau ist eigentlich die Positive Psychologie und wo liegt der Unterschied zum Positiven Denken?

Die humanistische Psychologie baut auf ein positives Menschenbild

Die Wurzeln der Positiven Psychologie liegen in der humanistischen Psychologie. Sie hat die Grundannahme, dass der Mensch von Geburt an „gut“ ist, d.h. konstruktiv, kooperativ, lebensbejahend. Das heißt im Übrigen nicht, dass es keine destruktiven Verhaltensweisen von Menschen gibt – sie werden nur nicht so geboren. Eine Quelle für diese Grundannahme ist in den Grundbedürfnissen des Menschen zu sehen.

Bedürfnisse sind immer konstruktiv und lebensbejahend. Strategien zu ihrer Befriedigung nicht.

Bedürfnisse gelten in der Motivationspsychologie (z. B. bei Maslow) immer als konstruktiv und lebensbejahend. Die daraus abgeleiteten Strategien, Lösungen und Verhaltensweisen können sich aber sehr negativ auf das Umfeld auswirken und werden deshalb von diesem oft als destruktiv gewertet. Hier unterscheidet die Humanistische Psychologie zwischen Person und Verhalten.

Die Positive Psychologie lenkt den Blick auf das Gelingende im Leben.

Die Positive Psychologie lenkt den Blick auf das Gelingende im Leben und untersucht das Zusammenwirken von Glück, Wohlbefinden und Leistungsvermögen. Sie beschäftigt sich mit dem was das Leben lebenswert macht und wie Wohlbefinden entsteht. Bekannte Vertreter sind Dr. Martin Seligman („Der Glücks-Faktor“) oder Michael Csikszentmihalyi mit seinen Forschungen zum „Flow“.

Das „Negative“ wird nicht negiert, soll aber nicht die ausschließliche Aufmerksamkeit bekommen.

Dabei wird das „Negative“ nicht negiert, sondern akzeptiert. Es soll nicht die (bisher) ausschließliche Aufmerksamkeit bekommen. Bis dato war Forschungsgegenstand der Psychologie die Untersuchung von menschlichen Problemen und ihrer Behebung.

„Positives Denken“ ist ein Konzept, das darauf abzielt, bewusstes Denken gezielt zu verändern.

Positives Denken ist als ein Konzept, eine Methode oder auch als eine Aufforderung zu beschreiben. Bekannt wurde es u.a. durch Dale Carneggie („Sorge dich nicht – lebe!“) und Bryan Tracy („Thinking Big“). Sie zielen im Kern darauf ab, dass man durch konstante positive Beeinflussung seines bzw. ihres bewussten Denkens (z. B. mit Hilfe von Affirmationen oder Visualisierungen) ihre Aufmerksamkeit lenken und in seinen Gedanken eine dauerhaft konstruktive und optimistische Grundhaltung erreichen. Damit soll eine höhere Zufriedenheit und Lebensqualität erzielt werden.

„Positives Denken“ alleine ist wirkungslos.

Dieser Ansatz ist bei vielen „Gurus“ vor allem in Amerika stark vertreten, erwiesenermaßen aber wirkungslos und im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen destruktiv zu bewerten. Unser Gehirn lässt sich eben nicht auf Befehl „positiv“ umstellen („Denk nicht an den rosaroten Elefanten!“).

Die Positive Psychologie schafft eine Balance zwischen dem, was gelingt und dem, was schwierig ist.

Grundsätzlich geht es um die Balance. Wir müssen uns mit beidem beschäftigen, dem was gelingt und dem was schwierig ist. Hier hat die Positive Psychologie die wissenschaftliche Grundlage für die „2. Waagschale“ gelegt. Positives Denken lehnen wir ab.

Positive Psychologie für Mediatoren

Lernen Sie die Positive Psychologie in einem Seminar mit Dr. Markus Strauch an der Zweisicht.Akademie kennen. Wir haben aktuell diese beiden Seminare im Programm:

 

 

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Mediation
news-343 Wed, 23 Feb 2022 11:43:18 +0100 Konflikte. Die Ausstellung im Museum der Arbeit in Hamburg http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/konflikte-die-ausstellung-im-museum-der-arbeit-in-hamburg.html Kongresse & Veranstaltungshinweise für Mediator*innen: Noch bis zum 8. Mai 2022 zeigt das Museum der Arbeit in Hamburg eine Sonderausstellung zum Thema „Konflikte“. Darin geht es um Sinnhaftigkeit und Lösungsstrategien – nicht nur für Arbeitskonflikte. Die aktuelle Sonderausstellung im Museum der Arbeit in Hamburg nimmt alle möglichen Konfliktarten in den Blick. Schließlich sind Konflikte allgegenwärtig, kommen in allen Bereichen unseres Lebens vor und haben viele Gesichter. Angefangen von inneren Konflikten, Konflikten in privaten Beziehungen oder in Teams und Organisationen bis hin zu politischen Auseinandersetzungen, internationalen Krisen oder gar Krieg.

Konflikte verändern die Welt im Großen und im Kleinen.

Da Konflikte einen großen Einfluss auf uns haben, die Welt im Großen und im Kleinen verändern, hat das Museum der Arbeit in Hamburg ihnen eine ganze Ausstellung gewidmet. Vom 3. November 2021 bis zum 8. Mai 2022 können Sie darin anhand der folgenden Fragen die Sinnhaftigkeit von Konflikten ergründen und sich mit Lösungsstrategien beschäftigen:

  • Wann entsteht ein Konflikt?
  • Wann ist eine Angelegenheit einen Konflikt wert?
  • Wann lohnt es sich, einen Streit vom Zaun zu brechen, Stellung zu beziehen?
  • Wann ist es Zeit, Kompromisse zu suchen?
  • Wie lassen sich unnötige Konflikte vermeiden, verhärtete Fronten aufweichen?

Konflikte. Die Ausstellung: Ein anschaulicher Zugang zu einem komplexen Thema

Die Ausstellung bietet ihren Besucher*innen statt musealer Objekte einen anschaulichen Zugang zu diesen komplexen Themen. Sie gliedert sich in fünf Kapitel: Konflikttheorie, innere Konflikte, private Konflikte, Arbeitskonflikte und Gesellschaftskonflikte. Szenografische Raumbilder wie der „Harmonieort“ lassen einen beispielsweise tief eintauchen in eine konfliktfreie Welt. Innovative Medienformate machen die Vielseitigkeit des Themas bewusst, überraschende Objekte, Animations- und Kurzfilme stoßen u.a. die Auseinandersetzung mit den eigenen Konfliktstrategien an.

Das Buch „Konflikte” zur Ausstellung

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Ausstellungsbuch begleitet. Herausgeber*innen sind Mario Bäumer, Kurator und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum der Arbeit und Rita Müller, Direktorin des Museums der Arbeit. Zu den Autor*innen zählen u.a. Bernhard Pörksen, Friedrich Glasl, Kübra Gümüsay, Friedrich Schulz von Thun, Ursula Schröder, Katty Nöllenburg, Irene Appiah, Alexander Redlich, Christoph Schäfer, Andre Schmidt.

Konflikte als Chancen und Risiken für Hamburg und darüber hinaus.

Das Buch ergänzt die Ausstellungsthemen um zahlreiche Aspekte rund um das Thema Konflikte, deren Chancen und Risiken. Im zweiten Teil geht es um Konfliktbeispiele, insbesondere um Beispiele für Arbeitskonflikte und aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzungen. Da die Ausstellung in Hamburg zu sehen ist, greift das Buch auch die besonderen historischen und zeitgenössischen städtischen Konflikte rund um die Hafenstraße, die Esso Hochhäuser, die Projekte Viva La Bernie und Park Fiction sowie die Bewegung Fridays for Future auf.

Positionieren Sie sich zu aktuellen Streitthemen mit dem Konfliktmonitor.

Mittels einer über die Ausstellungswebsite öffentlich zugänglichen, virtuellen Umfrage, dem Konfliktmonitor, können sich Interessierte zu zwölf aktuellen Streitthemen, z. B. Kontaktbeschränkungen, Corona-App, die Dauer des Lockdowns, Online-Unterricht oder Fragen zum Arbeitsschutz positionieren. Das Besondere daran: Das Meinungsspektrum wird unmittelbar angezeigt und die Ausstellung integriert. Probieren Sie es gerne aus!

 

Ort der Ausstellung:

Stiftung Historische Museen Hamburg
Museum der Arbeit
Wiesedamm 3
22305 Hamburg

Öffnungszeiten:

03.11.2021 – 08.05.2022

Montag von 10 bis 21 Uhr
Dienstag geschlossen
Mittwoch bis Freitag von 10 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr

 

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Besuch der Ausstellung und gerne dürfen Sie den Veranstaltungstipp an Interessierte weiterleiten!

 

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Kongresse & Veranstaltungen
news-309 Tue, 25 Jan 2022 09:52:00 +0100 Innere Konflikte lösen mit The Work nach Byron Katie: Zwei praktische Beispiele http://www.zweisicht.de/die-firma-zweisicht/aktuelles/artikeldetails/artikel/the-work-nach-byron-katie-praktische-anwendung.html THE WORK nach Byron Katie ist eine effektive Methode zur Selbstklärung. Sie hilft innere Konflikte zu identifizieren und die dafür ursächlichen Glaubenssätze zu lösen. Ina Rudolph ist Coach für THE WORK und lehrt seit 2016 an der Zweisicht.Akademie. In diesem Gastartikel gibt sie zwei praktische Beispiele zur Anwendung. THE WORK ist eine geniale Methode, die jedem, der sie anwendet, zu überraschenden Einsichten verhilft. Wir können damit unseren Blickwinkel erweitern und neue Perspektiven einnehmen. Wir können sozusagen aus der Box herausdenken. Das hilft Menschen in beratenden Berufen einen weiten, liebevollen und kreativen Blick auf sich selbst, auf ihre Arbeit und die Klienten zu gewinnen.

THE WORK nach Byron Katie zur Selbstreflexion

Ich selbst schaue mir alles, was in meiner Arbeit nicht flutscht, sich nicht nach meinen Wünschen entwickelt oder einfach nicht vorwärts geht, mit THE WORK an. Das kann im Bereich Akquise sein, im finanziellen Bereich oder auch die Arbeit mit Klienten betreffen.

Die eigenen Gedanken wahrnehmen und überprüfen.

Zuletzt habe ich mich mal wieder für eine WORK auf mein Sofa gesetzt, da mein Verlag zu zwei Exposees, die ich für neue Buchthemen eingereicht hatte, gesagt hat: „Ja, können wir machen.” Das ist ja einerseits eine Zusage, allerdings lockt „Können wir machen” mich auch nicht hinter dem Ofen vor. Bei mir tauchten Gedanken auf wie: „Jetzt muss ich mir einen neuen Verlag suchen” und „Sie glauben nicht mehr an mich.”

Das fühlt sich viel kraftvoller an als meine ängstlichen Gedanken.

Nach der Überprüfung dieser Gedanken mit THE WORK konnte ich sehen, dass ein neuer Verlag mir neue Chancen und Kontakte bringen kann und dass ich darauf richtig Lust habe. Außerdem trage ich mich schon seit längerem mit der Idee, wieder etwas Belletristisches zu schreiben. Sollte ich für meine Sachbuchthemen also keinen Verlag finden, der sich dafür begeistert, kann ich meiner Romanidee folgen. Beide Möglichkeiten fühlen sich für mich kraftvoller und selbstbestimmter an, als meine ängstlichen Gedanken.

THE WORK nach Byron Katie im Coaching

Ich mache immer eine WORK vor der Gruppe, damit die Teilnehmenden einmal zuschauen können, wie ich arbeite. In meinem letzten Seminar hatte ich eine Frau vor mir sitzen, die so stinkesauer auf ihren Mann war, dass sie keinen anderen Ausweg sah, als sich scheiden zu lassen. Sie hatte die Nase gestrichen voll.

Sie war stinksauer auf ihren Mann.

Sie erzählte davon, wie es war, wenn sie mit ihrem Mann im Auto fuhr. Sie ärgerte sich über seinen unsicheren Fahrstil und darüber, dass er mal wieder überhaupt nicht auf sie einging und unaufmerksam war. Sie war einhundertprozentig davon überzeugt, mit dem größten Muffel aller Zeiten verheiratet zu sein und war der Meinung, das nicht verdient zu haben.

Bis sie erkannte, wieviel sie gedanklich in seinen Angelegenheiten war.

In unserer WORK vor der Gruppe konnte sie erkennen, wieviel sie gedanklich in seinen Angelegenheiten war, nahezu neunzig Prozent der Zeit, die sie miteinander verbrachten. Nicht nur, dass sie mit ihren Gedanken nicht in ihrem eigenen Leben war, ihre Gedanken über ihn waren auch noch alle unzufriedener Natur. Er müsste anders Autofahren. Er sollte sie bestimmte Sachen fragen, was er nicht tat.

Ein Experiment: In den eigenen Angelegenheiten bleiben.

Ich konnte meine Klientin zu dem Experiment bewegen, auf dieser Autofahrt, die sie als Beispiel genannt hatte, probeweise nur in ihren Angelegenheiten zu bleiben. Ihr Mann darf alles genauso machen, wie er es in ihrem Beispiel macht und sie lenkt ihre Gedanken auf Themen, die sie selber betreffen.

Da musste sie lachen, weil sie das Problem gar nicht mehr bemerkte.

In diesem Experiment dachte sie an ihren Sohn, zu dem sie unterwegs waren und freute sich über die neuen Schuhe, die sie sich gekauft hatte und die sie im Auto zum ersten Mal trug und an das Buch, dass sie gerade las. Meine Klientin musst plötzlich laut lachen. Ihr fiel auf, dass sie den Fahrstil ihres Mannes gar nicht bemerkte, wenn ihre Gedanken nicht kritisch auf ihn fixiert waren.

Die Scheidung war vom Tisch.

Am Ende konnte ihr Mann so bleiben, wie er war und sie konnte bleiben, wie sie ist und sie musste sich nicht scheiden lassen. Sie lernte, mit ihren Gedanken in ihren Angelegenheiten zu bleiben und das war ihr noch für viele weitere Situationen in ihrem Leben hilfreich.

Die Lösung kann manchmal so einfach sein.

In den achtzehn Jahren, die ich nun schon mit THE WORK arbeite, habe ich oft gesehen, dass die Lösung eines Problems so einfach sein kann und Scheidungen, juristische Prozesse oder Streit damit vermieden werden können.

Wenn Sie nun Lust bekommen haben, THE WORK einmal selbst auszuprobieren und Ina Rudolph live zu erlebenn, dann melden Sie sich für ihr Seminar „Innere Konflikte lösen – THE WORK für Mediatoren, Coachs und Berater“ an der Zweisicht.Akademie an.

 

 

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Aktuelles